Fotos, Koffer und Reisepässe machen bald Geschichte

Monika Salzmann
Die Museen der Stadt richten für ihre geplante Migrationsausstellung einen Sammlungstag aus.
Die Museen der Stadt richten für ihre geplante Migrationsausstellung einen Sammlungstag aus.
Foto: WR

Lüdenscheid. . Die Museen der Stadt richten für ihre geplante Migrationsausstellung einen Sammlungstag aus.

Wer zur Ausstellung, die von März bis Dezember 2012 laufen soll, Exponate beisteuern kann, wird gebeten, sich am Samstag, 19. März, vor Ort einzufinden. Von 11 bis 13 Uhr soll die Aktion laufen.

Möglichst große Resonanz erhoffen sich die Museen von dem Angebot. Erinnerungszeugnisse unterschiedlichster Art – Fotos, Familienalben, der selbst gestrickte Schal der Großmutter, Reisedokumente, Erstanschaffungen, Kleidung, der Reisekoffer und vieles mehr – sind gefragt.

„Viele begreifen ihre eigene Geschichte nicht als Teil der Stadtgeschichte“, meint dazu Michaela Ernst, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Mu­seen, die gestern über den Sammlungstag und die Exponatsuche des Hauses informierte. „Wir möchten hier auch ein Stück weit Aufklärungsarbeit leisten.“

Flüchtlinge, Gastarbeiter und Asylbewerber

Mit im Boot beim großen Vorhaben ist der Ausstellungsmacher Manuel Gogos aus Bonn, der vor Ort bereits die Wanderausstellung „Gib mir (m)eine Geschichte – 50 Jahre griechische Arbeitsmigration nach Deutschland“ realisierte. „Von beiden Seiten ist etwas nachzuholen“, so der Rheinländer. „Die Geschichte der Menschen, die gekommen sind, ist integraler Bestandteil der Stadt.“ Bewusst weit gefasst ist der Migrationsbegriff im Ansatz der Museen. Flüchtlinge und Vertriebene, die nach 1945 kamen, gehören ebenso zur Zielgruppe wie Gastarbeiter aus Spanien, Italien, Griechenland, Portugal, der Türkei und Jugoslawien, Asylbewerber und Asylanten oder Russlanddeutsche, die in den letzten Jahren kamen. Ihrer aller (Stadt-)Geschichte interessiert. Um Heimat und Heimat-Erinnerungen, das Ankommen in Lüdenscheid, den Niederlassungsprozess, Kinder, Ju­gendkultur und vieles mehr soll es gehen. In unterschiedlichste Richtungen strecken die Ausstellungsmacher mo­mentan ihre Fühler aus.