Feind ist, wer anders denkt

Roland Jahn,  Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen
Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen
Foto: WAZ FotoPool

Dorsten..  Die DDR ist schon lange Geschichte, doch in vielen Debatten lebt sie weiter. Der Trägerverein Altes Rathaus und die VHS haben für November ein Programm zusammengestellt, das sie zum Thema hat.

Im Bildungszentrum Maria Lindenhof wird die Ausstellung „Feind ist, wer anders denkt“ der Stasi-Behörde gezeigt. Die Wanderausstellung ist seit schon länger unterwegs. Zwei Jahre hat sich Franz-Josef Stevens vom Trägerverein Altes Rathaus bemüht, sie nach Dorsten zu holen. Die Ausstellung beleuchtet Tätigkeit und Wirkung der Stasi, stellt die Seite der Täter und das Schicksal der Opfer dar.

Eröffnet wird sie am 7. November, 19 Uhr, vom Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, der sich darin auch selber begegnen wird; als Opfer der Stasi nämlich in seiner Zeit als Bürgerrechtler in der DDR. Seine Biografie ist eine von 13 ausgewählten. Bevor Jahn die Ausstellung eröffnet, wird er sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Die Ausstellung ist bis Ende November zu sehen.

In dieser Zeit sind zwei Mitarbeiter der Bundesbehörde in Dorsten, um durch die Ausstellung zu führen. Zu den 45-minütigen Führungen sind Schulklassen und interessierte Dorstener eingeladen. Einige Anmeldungen liegen bereits vor, freut sich Sabine Podlaha von der VHS. Zur Vorbereitung gibt es für Schulen umfangreiches Unterrichtsmaterial. Bei einer Fortbildung im Petrinum konnten sich Geschichtslehrer bereits auf das Thema vorbereiten.

Der Anfang vom Ende

Die Veranstaltungsreihe geht am 9. November, 19.30 Uhr, Altes Rathaus, mit einem Vortrag von Dr. Henrik Bispinck über „Die Ausbürgerung Wolf Biermanns und ihre Folgen“ vor 36 Jahren weiter. Das Ereignis gilt manchen Zeitzeugen als Anfang vom Ende der DDR.

Die Journalistin Ruth Hoffmann wird in einem Vortrag am 14. November 19.30 Uhr, Altes Rathaus, aufzeigen, wie das Klima aus Angst und Misstrauen auch die Familien der Stasi-Mitarbeiter betraf.

Prof. Dr. Thomas Großbölting von der Uni Münster wird am 28. November, 19.30 Uhr, im Bildungszentrum die Rolle des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) beleuchten.

 
 

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