Falkner besuchte Rheinschule

Auch Ursula Rauch fungierte als Landeplatz für Falke Miro. Foto Dirk Schuster
Auch Ursula Rauch fungierte als Landeplatz für Falke Miro. Foto Dirk Schuster
Foto: WAZ FotoPool

Rees.. Miro ist der Star. Kaum hat er zusammen mit Frank Hermsen den Schulhof der Rheinschule Rees betreten, wird er auch schon von einer Schülergruppe umringt. Miro nimmt das ganz gelassen.

Profi eben, mag man meinen. Doch dem ist nicht so. Der Sakerfalke versteckt sein Köpfchen noch unter einem ledernen Häubchen. „Ansonsten würde er nämlich sofort auf die Jagd nach Krähen gehen“, erklärt Falkner Frank Hermsen.

Zwischen Faszination
und Ekel

Wie ausgeprägt der Jagdin-stinkt des Greifvogels ist, demonstrieren die zwei auch gleich – und zwar zur Freude der rund 200 Schüler mit einer ganz besonderen Helferin: Schulleiterin Ursula Rauch. Schnell bilden die Fünft-, Sechst- und Siebtklässler einen Kreis um das Geschehen und schauen gebannt dem munteren Treiben in der Mitte zu. Faszination, aber auch Ekel liegen dabei nah beieinander. Denn damit Miro von Rauchs Hand aus zu seinem Trainer Frank Hermsen fliegt, hat dieser wiederum ein besonderes Leckerchen für ihn parat: nämlich Teile eines toten Kückens. Begleitet von „Ihhhs“ und „Bääähhh“ macht sich der Greifvogel, mit dem sich Hermsen auch regelmäßig auf die Jagd in Wäldern begibt, über die Beute her.

Natürlich ist derartiger Besuch in der Schule nicht alltäglich. Obwohl. „Vor einigen Jahren hatten wir sogar Schlangen bei uns zu Gast,“ erinnert sich Schulleiterin Ursula Rauch. Dass nun auch ein Greifvogel zu Besuch kommt, ist dem Umstand zu verdanken, dass Hermsen selbst einmal Schüler der Rektorin war. „Für uns ist die Vorführung zum einen ein toller Start in die Ferien und zum anderen haben die Schüler Biologieunterricht zum Anfassen.“

Wie nah man so einem Greifvogel kommen darf, konnte auch gleich Phillip aus der 6c erfahren. Für diesen besonderen Vormittag hatte er extra seine Digitalkamera mitgebracht und fotografierte fleißig. Auch Hermsen entging das nicht und so schlug er dem Jungen kurzerhand vor, dass er doch einmal ein Foto machen könnte – und zwar von Phillip und Miro. Nach dem Schnappschuss strahlte dieser natürlich wie ein Weltmeister. „Besser hätten die Ferien gar nicht anfangen können.“

Frettchen Freddy
sorgt für Freude

Doch noch eine weitere Attraktion gab es für die Hauptschüler. Vorsichtig trägt Kira den grünen Holzkoffer. In der Mitte des Kreisen stellt sie ihn ab, öffnet die Klappe und zum Vorschein kommt ein beige-farbenes Fellknäuel. Als dieses Kira Arm erklimmt, wird schnell deutlich: neben dem Jäger der Lüfte hat Hermsen noch einen weiteren Gast mitgebracht: Frettchen Freddy. Kiras Freundin Michelle darf das muntere Tierchen auf dem Arm umhertragen – begleitet von den Zurufen ihrer Mitschüler. Denn jeder will das Tier einmal aus der Nähe betrachtet.

Damit dies auch garantiert gelingt, geht es zum Abschluss für Frettchen Freddy dann noch einmal auf Tour. „Wir gehen so lange von Klasse zu Klasse bis jeder Raum in der Schule stinkt“, meint die Rektorin augenzwinkernd. Ein Glück nur, dass die nächsten zwei Wochen Ferien sind.

 
 

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