Europas alte Reflexe – von Dirk Hautkapp

Mehr Frontex-Patrouillenboote ins Mittelmeer schicken! Noch feiner gewebte Rückführungsabkommen mit jenen Ländern schließen, die ihrer eigenen jungen Generation kaum Perspektiven bieten können! Da-zu beitragen, dass sich in den Herkunftsländern der Flüchtlinge möglichst bald Wohlstand und Gerechtigkeit ausbreiten kann!

Mit den üblichen Reflexen reagiert Europa, und damit auch Deutschland, auf die Nebenwirkungen des epochalen Umbruchs in Tunesien, wie sie derzeit auf einer kleinen Mittelmeerinsel zu besichtigen sind. Von einer kontrollierten, aber entschieden weiteren Öffnung Europas für jene, die in ihrer Heimat auf absehbare Zeit kein Auskommen finden, ist leider nicht die Rede.

Dabei drängt sich die Frage schon auf: Warum dürfen Europäer in Afrika arbeiten, aber Afrikaner, die sich ihrer despotischen Herrscher entledigt haben, nicht in Europa? Nicht mal befristet. Ein legales Job-Kontingent etwa für die in der Regel solide akademisch ausgebildeten jungen Tunesier anzubieten, wäre das Mindeste, was ein reiches EU-Land wie Deutschland anbieten müsste. Die nach Fachkräften lechzende Wirtschaft würde sich freuen.

 
 

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