Erste Strom-Tankstelle für Elektroautos

Sabine und Ewald Jungkurth betreiben die erste Strom-Tankstelle für Altena und Lüdenscheid. Foto: Christof Hüls
Sabine und Ewald Jungkurth betreiben die erste Strom-Tankstelle für Altena und Lüdenscheid. Foto: Christof Hüls
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Märkischer Kreis. Elektro Jungkurth in Altroggenrahmede betreibt die erste öffentliche Strom-Tankstelle für Altena und Lüdenscheid. Seniorchef Ewald Jungkurth rührt mächtig die Werbetrommel: „Jeder Kunde kann bei uns kostenlos tanken!“ Ein ideales Angebot für Pendler zwischen der Rahmede und Hagen: Denn Projekt-PartnerMark-E bietet in der Volme-Stadt genauso Freitanken. Die orangefarbene Säule auf dem Firmenparkplatz in Altroggenrahmede macht nicht viel her. Eine Klappe gibt die Sicht frei auf Touchscreen und vier Steckdosen.

Geschäftsführerin Sabine Jungkurth holt das Spezialkabel aus dem Kofferraum und schon könnte der kleine Mitsubishi tanken. Sechs Stunden Zeit nehmen sollte sich der Fahrer allerdings - wenn der Akku leer ist. Aber volltanken kann der Wagen auch zuhause an der heimischen Steckdose, versichert der Elektro-Fachmann und lädt zu einer Proberunde ein.

Akku reicht für 120-Kilometer-Fahrt

Schalten kann der Testfahrer vergessen, genauso wie Anlassen oder Aufheulen des Motors. Empfindsame Gemüter mögen minimale Schwingungen wahrnehmen; ansonsten bleibt es mucksmäuschenstill, als der Elektomotor lossprintet. Der Blinker tutet, der Fahrtwind rauscht. Blindgänger sollten sich nicht allein auf ihr Gehör verlassen, wenn sie die Rahmedestraße überqueren.

Locker ziehen die 68 Pferde die Gottmecke hoch. Des Autofahrers Herz schlägt höher, als der jungkurth-orangene Flitzer über die Kuppe an der Fuelbecke hinweg ist: Der Zeiger in der Instrumententafel springt auf „Charge“, sprich: Beim Abwärtsfahren oder Bremsen wirkt der Motor als Generator. Am Ende einer 120-Kilometer-Fahrt - so hoch ist die Reichweite - wäre der Akku immer noch voll, wenn es nur bergab gehen würde.

Jungkurth will das Geschäft machen mit den Strom-Tankstellen. Etwa 2000 Euro müssten Investoren für die Säule kalkulieren, schätzt Ewald Jungkurth. Eine Investition, die sich beispielsweise für Firmen oder Vereine lohne. Sabine Jungkurth schaute sich sogar ein Modellprojekt an. Zwischen München und Garmisch Patenkirchen gibt es eine Versuchsstrecke: Im richtigen Abstand stehen dort Strom-Tankstellen - eine touristische Attraktion.

Jungkurth einer von zehn „E-Pionieren“

Jungkurth gehört nun zu den zehn „E-Pionieren“ im Versorgungsbereich der Mark-E. Der Hagener Versorger macht Strom seit Ende März „erfahrbar“. Pressereferent Andreas Köster weiß: Der Kauf von Stromautos rentiere sich im Moment kaum. Deshalb kooperiert Mark-E mit TMH Deutschland, der Auto verleast. Ab etwa 400 Euro monatlich aufwärts gibt es das Strommobil in verschiedenen Größen und mit einer Bestellzeit von drei bis vier Wochen (statt wie üblich Monaten).

Jungkurths Modell ist ein „iMiEV“. Genau den vermeidet das Elektroauto. Mark-E gibt an seiner Tanke in Hagen nur Ökostrom ab - entsprechend positiv ist die Öko- und CO2-Bilanz. Fünf Jahre fährt der Wagen steuerfrei. Und er verbraucht - an der heimischen Steckdose befüllt - Strom für zwei bis drei Euro pro 100 Kilometer.

 
 

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