Erotische Geschichten in der Weinbar Caveau

Annemarie Langenfeld
Ruth Schimanski und Rudolf Sparing erzählten von Liebe in Flandern.
Ruth Schimanski und Rudolf Sparing erzählten von Liebe in Flandern.
Foto: Annemarie Langenfeld

Lüdenscheid. . Es ging um „Liebe in Flandern“, die Rudolf Sparing im Wechsel mit Schauspielerin Ruth Schimanski am Freitagabend in der bis auf den letzten Platz besetzten Weinbar Caveau bei einer Lesung zu Gehör brachte.

In drei erotischen Geschichten aus eigener Feder, die er fantasievoll als historische Märchen gesponnen hatte, fesselte er sein Publikum, das sichtlich fasziniert und teils köstlich amüsiert lauschte. Parallel zur Lesung wurden in einer Bilderschau Begebenheiten und Orte dazu verdeutlicht. Am Ende hob Autor Sparing eigens hervor, wie auffallend aufmerksam die Zuhörer der Lesung gefolgt seien. So sehr hatte man sich vom Zauber der brillanten Erzählungen einfangen lassen.

Eine Nacht in der Kombüse

In seiner ersten Geschichte „Der Engel von Rupelmonde“ wurden die Zuhörer zum jungen Fährmann Jan an die Schelde geführt, wo durch ein Missgeschick mitten im Fluss im wabernden Nebel ein attraktives junges Mädchen gezwungen war, in Jans Kombüse zu übernachten. Gerüchte machten am anderen Morgen in Windeseile die Runde; niemand wollte die Wahrheit wirklich wissen, denn die Fantasie blühte. „Jan wurde zum Helden gemacht und zum Mann.“ Eine weibliche Skulptur von sinnlicher Schönheit erinnert in Rupelmonde an diese Geschichte.

Die zweite Erzählung „Im Beginenhof von Lier“ handelte von der anmutigen Beginin Rosa, die ein beschauliches Leben in ihrem Häuschen im Beginenhof führt. Obwohl ihre ganze Liebe dem heiligen Franziskus gehört, berührt jedoch eines Tages ein junger Gärtner namens Martinus ihr Herz auf nie erlebte Weise. Franziskus-Martinus verschmelzen in ihrer Fantasie zu einer Person. Und als sie wegen „ungebührlichen Benehmens“ aus dem Beginenhof verstoßen wird, führt dies zum glücklichen Ende der Liebenden.

Närrischer Sonderling Edward

„Ein Maskenball in Ostende“ war Sparings dritte Geschichte, die in die Welt der bizarren Verkleidung und Koketterie eines Maskenballs führt. Die vermeintliche amouröse Dame in der Maske eines Pierrot entpuppte sich als Mann. Sollte sich etwa hinter dem englisch sprechendem „närrischen Sonderling Edward“ eine hochgestellte Persönlichkeit verborgen haben?

In einer durch Beifall „erzwungenen“ Zugabe wurde schließlich noch eine Geschichte über „Eremit und Erogenchen“ vorgetragen. Auf haarsträubenden Umwegen kam es zu einer Erklärung der Wappen vom heimischen Bärenstein und dem belgischen Leuven – eine wahrlich verrückte Fantasiegeschichte erster Güte.