Erfolg mit Kehrseite – Stefan Schulte

Stefan Schulte

Die Zahl der Arbeitslosen sinkt. Das ist eine gute Nachricht, natürlich. Wenn mehr Menschen arbeiten, nimmt der Staat mehr Steuern ein, Renten- und Krankenkassen mehr Beiträge. Nur: Die Politik hat keinen Grund, sich dafür zu feiern. Vielmehr wäre es an der Zeit, sich den neuen Problemen zu widmen, die den deutschen Arbeitsmarkt in diesem Jahrzehnt prägen werden: Manchen Branchen gehen schon heute die Fachkräfte aus. Gleichzeitig rüttelt selbst der schönste Aufschwung nicht am Sockel der zwei Millionen Langzeitarbeitslosen. Gerade für das Ruhrgebiet sind damit die Aussichten alles andere als gut. Vier von fünf Arbeitslosen harren hier in der Hartz-IV-Bürokratie.

Diese Zerrissenheit des Arbeitsmarktes kann man hinnehmen – oder bekämpfen. Wenn auf der einen Seite Fachkräfte und auf der anderen das Fachwissen fehlen, liegt die Lösung auf der Hand: Bildung. Sprich Ausbildung und Weiterbildung. Genau hier spart die Regierung aber massiv ein und sendet damit ein völlig falsches Signal. Richtig ist, dass viele Fördermaßnahmen so teuer wie erfolglos waren. Aber dann muss das Ziel lauten, es besser zu machen – und nicht, um des Sparens willen zu kürzen.