Erdogan-Berater bringt Ludwigshafen und Roland Koch in Zusammenhang

Köln/Frankfurt. Die Reaktionen auf die Ludwigshafener Brandkatastrophe und der umstrittene CDU-Wahlkampf von Roland Koch hängen zusammen - das erklärte der außenpolitische Berater des türkischen Ministerpräsidenten, Cüneyd Zapsu.

Der Wahlkampf von Hessens Ministerpräsident Roland Koch habe sehr viel Unruhe unter die Türken in Deutschland gebracht, sagte Zapsu im Deutschlandfunk. Dies habe natürlich auch in der Türkei viel Wirbel gemacht. Es verstehe daher die Reaktionen auf den Brand. In türkischen Medien war trotz ungeklärter Brandursache vielfach fest von einem neonazistischen Anschlag ausgegangen worden. Kochs Wahlkampf zur Jugendkriminalität war teilweise als ausländerfeindlich kritisiert worden.

Auch der Berliner Migrationsforscher Haci-Halil Uslucan machte den hessischen Landtagswahlkampf mitverantwortlich für die gespannte Atmosphäre zwischen Deutschen und Türken nach dem Brand in Ludwigshafen. Schon vor dem Unglück sei die Stimmung durch den «stark polarisierten Wahlkampf sehr aufgeheizt» gewesen, sagte Uslucan der «Frankfurter Rundschau». Dass in Hessen der Fokus auf die «angeblich gescheiterte Integration von Ausländern» gerichtet worden sei, hätten viele Zuwanderer so aufgefasst: «Die Mehrheitsgesellschaft missachtet uns.» Wenn jetzt nach dem Ludwigshafener Brand von türkischer Seite Verdächtigungen gegen die deutsche Seite laut würden, sei das «auch eine Gegenreaktion» darauf.

Zapsu sieht in dem Besuch Erdogans am Donnerstag in Ludwigshafen aber kein Zeichen des Misstrauens. Wenn das Gleiche in der Türkei passiert wäre, würde Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Staatsbesuch auch dorthin fahren, zeigte sich der Berater überzeugt. Erdogan hatte den Brandort im Rahmen eines ohnehin geplanten Deutschland-Besuches besucht. (afp)

 
 

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