Envolisten verfehlen Treppchen

Hauptversammlung der Schülerfirma des Gymnasiums, die "envolisten".
Hauptversammlung der Schülerfirma des Gymnasiums, die "envolisten".
Foto: Constantin Rimpel

Kamen/Oslo. Im Europafinale mussten die Kamener Envolisten internationaler Konkurrenz den Vortritt lassen. „Fürs Treppchen hat’s leider nicht gereicht, wir hatten aber eine Menge Spaß, auch wenn es eher anstrengend war“, berichtete Stefan Tietze aus Oslo unserer Zeitung.

Dennoch hatte das Schülerunternehmen des Kamener Gymnasiums mit seinen Siegen auf Landes- und Bundesebene zuvor schon eine tolle Leistung geschafft. Die toppte sämtliche Teams ihrer Schule aus den Vorjahren, die auch schon mit guten Platzierungen geglänzt hatten.

Bis ins Europafinale aber hatte es keiner der Vorgänger geschafft. Die „Envolisten“ präsentierten in Oslo ihr Hörspiel, mit dem sie zuvor auch Landes- und Bundespolitiker beeindruckt hatten. Sieben Schüler plus Begleiter waren in die norwegische Hauptstadt gereist, Eine Mutter hatte außerdem per Auto den Messestand angeliefert.

Die internationale Konkurrenz aber hatte ebenfalls keine Mühe gescheut und tolle Unternehmensideen realisiert. Dritter wurde am Ende das slowakische Unternehmen ACE, das Zahnbürsten entwickelt hatte, bei denen die Zahnpasta durch den Griff zwischen die Borsten gepresst werden konnte. Den zweiten Platz belegte das Team NewQReation aus Dänemark. Sie programmierten sogenannte QR-Codes, mit denen man sich beim Einkauf im Laden Rabatte verbuchen kann. Sieger wurde das Englische Unternehmen Summit mit einem „Parfume Pen“. In den Kugelschreiber wird ein Parfümflacon eingesetzt, so dass man durch drücken auf einen Knopf Parfüm auftragen kam.

Die Juroren hätten die Innovationskraft der Sieger-Teams gewürdigt, berichteten die Kamener aus Oslo. Umweltpädagogische und andere Erziehungsziele punkteten in diesem Jahr am Ende nicht.

Die Veranstaltung im Hotel Radisson Blue Plaza, in dem auch das Kamener Team untergebracht war, beeindruckte die Schüler aus der Sesekestadt trotz des verfehlten Podiums: „Das war gigantisch, inklusive Funkband und Sängerin. Außerdem gab es ein Drei-Gängemenü und zuvor einen Fahneneinlauf“, übermittelte Simon Schaffhöfer unserer Zeitung.

In Oslo habe man schon auch wahrgenommen, dass das Land nach den Anschlägen in der Hauptstadt und auf der Insel Utoya trauert. An vielen Stellen begegne man Blumen und Kerzen. Das habe auch die Schüler berührt, erzählt Betreuungslehrer Thorsten Schröer. Geprägt worden sei der Aufenthalt daneben vom Treffen internationaler Schülerteams, die trotz der Wettbewerbskonkurrenz das Aufeinandertreffen für neue Kontakte genützt hätten.

 
 

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