Engler: "Es war hart, und ich verschweige nichts"

Essen. Alkoholprobleme, Depressionen und die Trennung von seiner Lebensgefährtin: Im letzten Jahr lieferte Hartmut Engler reichlich Schlagzeilen. Inzwischen hat der Sänger Leben und Karriere wieder im Griff: Auf ihrer ersten Tour seit drei Jahren präsentieren PUR jetzt ihr neues Album "Wünsche".

Herr Engler, in der letzten Zeit ging's in Interviews mit Ihnen ja meistens um Ihre persönliche Krise. Haben Sie überhaupt noch Lust, darüber zu sprechen?

Engler: Nicht wirklich. Im Prinzip ist alles gesagt. Es war hart, das kommt auch in den Songs vor, da verschweige ich auch nichts. Jetzt geht's mir aber wieder gut, ich bin fit und freue mich, wenn's wieder losgeht.

Kürzlich haben Sie der Öffentlichkeit Ihre neue Freundin bzw. Verlobte Katrin vorgestellt. Gibt's schon einen Hochzeitstermin?

Engler: Nein, noch nicht. Mit unserer Verlobung haben wir uns nur versprochen, dass es diesen Termin gibt. Aber wann genau, das wissen wir noch nicht. Jetzt muss erst einmal diese Tour gespielt werden. Vielleicht unterhalten wir uns im Januar im Urlaub darüber.

Apropos Urlaub: Den Heiratsantrag sollen Sie Katrin inmitten von Touristen am Flughafen von Palma de Mallorca gemacht haben. Wie waren denn da die Reaktionen?

Engler: Ich selbst war so nervös, dass ich gar nicht mitgekriegt habe, wie die Leute drumherum reagiert haben. Das war mir in dem Moment aber auch total egal. Wir hatten uns eine Zeit nicht gesehen, und es war ein zwar ausgereifter, in dem Moment aber doch spontaner Entschluss.

Für die anstehenden Konzerte haben Sie einige Überraschungen versprochen. Worauf dürfen wir uns freuen?

Engler: Noch nie stand ein neues Album so im Zentrum der Konzerte. Wir sind davon absolut überzeugt und werden es deshalb fast komplett spielen. Die andere Konzerthälfte besteht dann aus einem bunten Hit-Querschnitt, auch mit musikalischen Überraschungen.

Ich hörte, Sie freuen sich auf die Tournee, seien aber auch sehr nervös. Und das, obwohl Sie doch ein alter Hase sind?

Engler: Manche Musiker leiden einfach ihr ganzes Leben unter Lampenfieber, und zu denen gehöre ich nun einmal. Dazu kommt die lange Bühnenabstinenz – wir haben 2008 ja nur ein einziges Konzert gespielt.

Haben Sie ein Geheimrezept gegen das Lampenfieber?

Engler: Ich versuche es einfach zuzulassen. Umso schwächer ist es dann, wenn's losgeht. Eine Toilette sollte vor dem Auftritt aber auf jeden Fall in der Nähe sein… (lacht)

PUR gelten ja als Band, die sehr stark polarisiert. Ist das auch Ihre persönliche Erfahrung? Traut sich jemand, Ihnen ins Gesicht zu sagen, dass er PUR doof findet?

Engler: Im Gespräch sicher, aber auf eine freundliche und höfliche Art. PUR nicht gut zu finden, ist ja auch was anderes als PUR zu hassen. Im Alltag sehe ich entweder freundliche Gesichter, die PUR mögen, oder aber Leute, denen ich egal bin. Ich treffe eigentlich selten jemanden, der Lust hätte, mir sein Getränk ins Gesicht zu schütten, weil ich diese Nase des PUR-Sängers besitze…

Ein großer PUR-Fan ist bekanntlich Rudi Völler, der Sie 2002 auch zur WM nach Japan eingeladen hat. Wie steht's denn mit Jogi Löw?

Engler: Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zu Jogi Löw. Ich weiß nicht, ob er zu Hause PUR-Platten hat, aber menschlich sind wir uns auf jeden Fall sympathisch.

Würden Sie gerne auch mal mit der Nationalmannschaft einen WM-Song einspielen?

Engler: Wenn, dann hätten wir das gerne zur WM in Deutschland gemacht. Aber da standen wir ehrfürchtig hinter Herrn Grönemeyer Schlange. Ich weiß auch nicht, ob wir für so einen Song überhaupt den richtigen Dreh finden würden – das ist ja immer ein Drahtseilakt zwischen peinlich und gelungen. Grönemeyer hat's aber sehr gut gelöst.

 
 

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