Ende der Zeche nahte zu Ostern

Ein imposantes Bild und ein historisches Foto zugleich. Die ehemalige Zeche Königsborn III/IV, die in Blütezeiten rund 4 600 Menschen Arbeit und Bot gegeben hatte, wurde vor genau 30 Jahren am 15. Mai 1981 endgültig geschlossen.                                                                                                                                          Repro: Westerhoff
Ein imposantes Bild und ein historisches Foto zugleich. Die ehemalige Zeche Königsborn III/IV, die in Blütezeiten rund 4 600 Menschen Arbeit und Bot gegeben hatte, wurde vor genau 30 Jahren am 15. Mai 1981 endgültig geschlossen. Repro: Westerhoff
Foto: Friedrich Westerhoff

Bönen. Es hätte ein so schöner Tag werden können. Doch dann platzte die Bombe. Die Zechenschließungsnachricht traf die Anwesenden der Jubilarfeier in Mark und Bein.

Ausgerechnet bei der Jubilarfeier für langjährige Königsborner Kumpels, gab Werksdirektor Dr. Lange bekannt, dass die Kohleförderung durch Schacht 4 der Zeche Königsborn am 15. Mai 1981 eingestellt und die Aufbereitung stillgelegt würde. Lähmendes Entsetzen machte die Runde. Besonders natürlich bei den Betroffenen. In seiner Ansprache erinnerte der leitende Angestellte an den Anfang der 70er Jahre, als die Jubilare mit großen Erwartungen den begonnenen Aufschluss des Monopolfeldes III mitgemacht hätten und in den Folgejahren die bittere Erfahrung hätten machen müssen, dass die hoch gespannten Erwartungen wegen der dort ungünstigen geologischen Verhältnisse nicht in Erfüllung gegangen wären.

Die Jubiläumsfeier schien dann doch noch gerettet, als Lange dann doch noch ein „Geschenk“ zu verteilen wusste, in dem er die Mitarbeiter wissen ließ: „Die verbleibende Belegschaft wird auf Zeche ,Heinrich Robert’ oder bei der Werksdirektion ,Zentrale Dienste’ weiterarbeiten.“ Dr. Lange unterstrich, dass man „sehr bemüht“ sei, die kommenden Veränderungen ebenso „umsichtig wie behutsam“ auszuführen. Viel Zustimmung erfuhr die Mitteilung, dass der Über-Tage-Ausbildungsbetrieb noch „einige Jahre auf der Zeche Königsborn III/IV erhalten“ bliebe.

Gerüchte, dass der Bergbau in Altenbögge seinem Ende entgegen sehen würde, die gab es schon viel früher. Sie verstärkten sich noch, als 1975 die ersten Zechen im Ruhrgebiet geschlossen worden waren. 1977 machte das Ende des Bergbaus auch in Bönen unter der Bevölkerung und unter den Kumpeln die Runde. Noch waren es Gerüchte, die jedoch schon bald weitere Nahrung bekommen sollten, als 15. November 1977 die Kokerei Königsborn geschlossen wurde.

In den folgenden Jahren gingen die Sprengmeister ans Werk. Ein Jahr später, am 15. Dezember 1978, wurde der letzte Kokerei-Schornstein in die Luft gesprengt. Am 8. November 1979 wurde der große Kohleturm durch Sprengung dem Erdboden gleich gemacht. Am 15. Mai 1981 rollte um 16 Uhr der letzte Kohlewagen vor Hunderten von Menschen Besuchern aus der Zeche Königsborn III/IV. 82 Jahre erfolgreiche Bergbau-Geschichte in Altenbögge-Bönen gehörten von nun an endgültig der Vergangenheit an.

 
 

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