Eiserne Ausdauer in Beruf und Sport

Mario Schulzke ging als junger Mann als Austauschschüler in die USA und blieb dort. Heute ist er erfolgreicher Geschäftsmann. Die Fotos zeigen ihn beim Ironman Wettbewerb in Zürich.
Mario Schulzke ging als junger Mann als Austauschschüler in die USA und blieb dort. Heute ist er erfolgreicher Geschäftsmann. Die Fotos zeigen ihn beim Ironman Wettbewerb in Zürich.
Foto: privat

Plettenberg.. Mit 16 Jahren ging der Plettenberger Mario Schulzke als Austauschschüler in die USA – und blieb dort. Heute lebt der 29-Jährige in Los Angeles und ist erfolgreicher Geschäftsmann. Wie er das schaffte, lesen Sie heute.

Marios Plan war, es ein Jahr in Montana zu versuchen und auf ein Wunder zu hoffen. „Ich wusste, ich muss hart arbeiten, um viel zu verdienen. Ich hatte drei Jobs: Toilettenputzer, Pizzabäcker und Nachtwächter. Daneben einen Einser-Notenschnitt und Stipendien.“

Der junge Plettenberger hatte eine tolle Zeit an der Uni, studierte Marketing und Spanisch. Irgendwann war er Chef-Aufseher in einem (Frauen-)Schülerwohnheim.

„Ich wurde in den Schülerrat der Uni gewählt und absolvierte in meinem letzen Jahr ein Praktikum in einer Werbeagentur.“ Vier Jahre nachdem er Plettenberg verlassen hatte, schloss er das Studium ab und bekam bei der Werbeagentur einen Vollzeitjob. „Schon nach vier Monaten habe ich da aufgehört, ich hatte nicht das Gefühl, etwas zu lernen. Ich packte die Koffer und zog mit 1000 Dollar auf dem Konto nach Seattle, wo ich als Praktikant in der Werbeagentur Wongdoody anfing.“

Da er dabei kein Geld verdiente, war Mario mittellos. Zum Glück lernte er eine Frau kennen, die ihn mietfrei bei sich wohnen ließ. Im Gegenzug schrieb er einen Business-Plan für ihr Geschäft. Rückblickend sagt Schulzke: „Manchmal trifft man Menschen, die ohne Gegenleistung, nur aus Sympathie helfen. Ich habe viele solche Menschen getroffen, das sollte man zurückzahlen. In Amerika sagt man ‘Pay It Forward’ und das tue ich.“

Angefangen hat er als Praktikant, wurde Vollzeit-Mitarbeiter, schnell befördert und zog nach Los Angeles, wo die Firma ein Büro hatte. „Ich wurde im Verkauf eingesetzt und durch viel Arbeit und Glück wuchsen wir von zehn auf 65 Mitarbeiter.“

Im dritten Jahr schickte die Agentur Mario zu einem Wettbewerb der Industrie-Organisation „American Association of Advertising Agencies“. Prompt gewann Mario den Wettbewerb.

Danach ging es schnell bergauf. „Ich bekam drei lukrative Job-Angebote, blieb aber der Agentur treu.“ Ein paar Monate später wurde Mario ein Teilzeitjob an der Academy of Art University in San Francisco angeboten. Er nahm an, unterrichtete im Alter von 24 Jahren Studenten.

Jüngster Vorstand
der Uni-Geschichte

Prompt bot ihm seine alte Uni in Montana einen Platz im Vorstand der Business School an. „Ich wurde das jüngste Vorstandsmitglied der Uni-Geschichte.“ Beim ersten Vorstandstreffen bot ihm ein Kollege einen Job in seiner Werbeagentur an. Es folgten mehrere Job- und Ortswechsel. Schließlich landete Mario wieder bei Wongdoody: Sein alter Boss rief an, um ihn von Portland zurück nach L.A. zu holen. „Ich bin jetzt Senior Director bei Wongdoody und General Manager unseres Schwesterunternehmens Quillion. Außerdem gehört mir die Internetseite ’Ideamensch.com’, auf der ich jeden Tag eine andere Person interviewe. Die Seite wird monatlich von 10 000 und mehr Menschen besucht.“

Inzwischen absolvierte Mario Schulzke Marathonläufe, trampte mit dem Rucksack durch China und nahm im Juli erfolgreich am Ironman Schweiz teil. Rückblickend stellt er fest: „Ich verdanke fast alles meinen Eltern. Ich komme aus keiner reichen Familie, doch sie setzten immer alles daran, meine Träume zu erfüllen. Mir wurde nichts verboten, nie gesagt, was ich kann und was nicht. Sie glaubten an mich, es ist ihre Einstellung, die mich jeden Tag motiviert.“

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