Eisbär jagt Robbe

Foto: Bodo Kürbs

Nordlünen.. Eisbären auf Beutezug: Am Cappenberger See hat die Lüner Künstlergruppe „Offene Ateliers“ am Samstag zur offiziellen Jagd auf die südmünsterländische Beutelrobbe aufgerufen. Allerdings durften nur Eisbären auf das Eis – die hiesige Art zeichnet sich durch ein Bademantel-Fell und schwarz bemalte Nasen aus.

Etwa neun bis zehn Bären, alles Mitglieder der Künstlergruppe, jagten so für die Kunstaktion übers Eis. Spaziergänger beobachteten das seltene Naturereignis staunend. Denn die südmünsterländische Beutelrobbe ist besonders selten und lebt nur im Cappenberger See. Das sagt zumindest einer der Experten, Künstler K.P.M. Wulff, mit einem Augenzwinkern.

Robben sind wie „Nessie“: Einzigartig

In anderen Lüner Gewässern mit ähnlichen Lebensbedingungen, etwa dem Horstmarer See, gebe es keine Beutelrobben. Flora und Fauna seien zwar ähnlich, allerdings glichen die Beutelrobben als Phänomen eher dem Ungetüm Nessie aus dem Loch Ness – sie sind einzigartig. Schon allein deshalb stehen sie laut Wulff auf der roten Liste der schützenswerten Arten und dürfen nur einmal im Jahr von den heimischen Eisbären gejagt werden.

Das Rudel Eisbären bestand am Samstag aus etwa zehn Tieren. Die Gruppe brach ein Eisloch auf und begann den Robbenfang. Als aber nur ein alter Ball und eine Plastiktüte erbeutet wurden, flohen die wenig robusten Münsterländer Eisbären an einen wärmenden Grill. Dort verspeisten sie – relativ untypisch für ihre Art – Würstchen und sammelten sich danach noch um ein Feuer. „Der Münsterländer Eisbär ist halt eine deutlich verweichlichte Unterart“, sagte Wulff scherzhaft. Die künstlerisch begabten Eisbären dokumentierten ihren Beutezug noch auf einem Bild, bevor sie sich dann in ihren Winterschlaf zurückzogen. Erst im nächsten Jahr, am ersten Samstag im Februar, erwachen sie wieder und wollen dann die Tradition der südmünsterländischen Robbenjagd fortführen.

 

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