Einsicht gefragt - von Sabine Brendel

Sabine Brendel

Haben die europäischen Finanzminister Griechenland etwa ein Ultimatum gestellt? Ja, das haben sie. Dieses Signal war nötig: Griechenland muss einsehen, dass es sich schwer anstrengen muss, um eine Staatspleite abzuwenden. Das sind alle Parteien den Bürgern des Landes schuldig.

Denn Griechenland steckt tief im Schuldenschlamassel, weil Politiker jahrelang mehr ausgaben, als sie einnahmen und zu lax bei der Steuereintreibung waren. Da hilft nur eines: Griechenland muss seinen Staatshaushalt wieder in Ordnung bringen. Diese Einsicht sollten alle Politiker und alle Bürger haben. Und diese Einsicht sollte eigentlich alle einen, auch wenn viele Bürger den Sparkurs der Regierung schmerzlich spüren werden.

Zugleich senden die EU-Finanzminister ein wichtiges Signal an die Griechen und die Geldgeber des Staates. Banken und Versicherer sollten in der Tat einen Teil der Risiken schultern und den Griechen mehr Zeit geben, der Finanzmisere zu entrinnen. Geldleihen ist immer risikobehaftet – dafür kassieren Geldgeber satte Zinsen. Eine ungeordnete Staatspleite wäre auch für sie das größere Übel – so viel Einsicht muss sein.