Einschnitte bei Ein-Euro-Jobs

Die Zukunft der Ein-Euro-Jobs ist ungewiss
Die Zukunft der Ein-Euro-Jobs ist ungewiss
Foto: Anna Fotiadou

Werdohl.. Bis Mitte 2011 ist die Finanzierung der 60 städtischen Ein-Euro-Jobber gesichert. Was dann passiert, ist alles andere als klar.

Seit Jahren vermittelt die Arge im Märkischen Kreis so genannte Ein-Euro-Jobber an die Stadt. Die Abkürzung Arge steht für eine Arbeitsgemeinschaft von Märkischem Kreis und der Agentur für Arbeit. Seit 2005 gibt es die Möglichkeit, Arbeitslose über die Arge in so genannte Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung zu geben.

Was sich nach einem bürokratischen Monstrum anhört, soll in der Realität dazu beitragen, meistens unqualifizierte Arbeitslose durch eben jenen Ein-Euro-Job zu schulen, um sie dann wieder in Arbeit zu bringen.

Schmidt: Quote
nicht berauschend

Das funktioniert jedoch nur äußerst selten, wie eine bundesweite Studie ergab. Sie wurde in dieser Woche vorgestellt. Der Dortmunder Handwerkspräsident Otto Kenzler forderte danach, die Ein-Euro-Jobs komplett abzuschaffen.

In Werdohl kommen durchschnittlich zehn von rund 60 Ein-Euro-Jobbern pro Jahr in ein festes Beschäftigungsverhältnis. Bei der Stadtverwaltung fällt die Betreuung der Personen in die Zuständigkeit von Bodo Schmidt (Abteilungsleiter Soziales und Wohnen). Er sagt: „Die Quote ist nicht berauschend.“

Schmidt weiß aber auch, dass ein Ein-Euro-Job neben den reinen Fakten noch einen anderen Aspekt hat: „Selbst wenn die Menschen keine Aussicht auf eine feste Stelle haben, arbeiten sie gern bei uns. Sie können mit ihrer Arbeit der Allgemeinheit dienen und sehen darin eine sinnvolle Beschäftigung.“

Ein-Euro-Jobber haben in den letzten Jahren wesentlich dafür gesorgt, dass sich das Werdohler Stadtbild deutlich zum Positiven gewendet hat. Sie kümmern sich zum Beispiel um die Lennepromenade. Im vergangenen Jahr brachten sie das Lenne-Vorland an der Dammstraße gemeinsam auf Vordermann. Schmidt berichtet von einem guten Zusammenhalt in der Gruppe: „Die Gemeinschaft untereinander wird geschätzt.“

Gespräche stehen noch aus

Wie lange Werdohl noch von so vielen Ein-Euro-Jobbern profitieren kann, ist unsicher. Am 30. Juni 2011 läuft die Finanzierung der 60 Ein-Euro-Jobs aus. Gespräche mit der Arge Märkischer Kreis über die Zukunft der Ein-Euro-Jobs in Werdohl stehen noch an. Bodo Schmidt: „Ich gehe davon aus, dass wir starke Einschnitte haben werden.“

Gut möglich, dass zum Beispiel Lennepromenade und Lenne-Vorland mit der Zeit wieder unansehnlicher werden. Bodo Schmidt: „Ich kann mit kaum vorstellen, dass die gute Arbeit ohne Ein-Euro-Jobber fortgesetzt werden kann.“ Das Geld, um solche Arbeiten zu vergeben, sei jedenfalls nicht da.

 
 

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