Eine Landschaft wie bei Paulus Potter

Künstler Mark Met, umringt von seinen Zeichenobjekten.
Künstler Mark Met, umringt von seinen Zeichenobjekten.
Foto: WAZ FotoPool
Mark Mets Zeit in Haldern geht dem Ende entgegen. Der Niederländer hat hier fast zwei Wochen künstlerisch gearbeitet. Er ist der erste, der am Projekt „Artist in Residence“ teilnimmt

Haldern.. In Haldern genießt Mark Met die Ruhe. Einerseits die Stille, die die Natur ausstrahlt, andererseits weiß er zu schätzen, dass er hier quasi im Verborgenen arbeitet. „Keine Post, nur Anrufe enger Vertrauter“, bestätigt er. Peter Kerschgens, Kunstsammler aus Leidenschaft, hat den Niederländer eingeladen, in seiner Halderner Wohnung künstlerisch zu arbeiten. „Artist in Residence“ hat Kerschgens das von ihm initiierte Projekt überschrieben. Und Met ist der erste, dem er dies angeboten hat. „Es sollen weitere Kunstschaffende folgen“, weiß der 56-Jährige.

Kost und Logis

Mark Met bekommt am Schwalbenweg Kost und Logis, dafür wird er ein paar seiner Zeichnungen Peter Kerschgens für dessen Kunstarchiv überlassen. Das ist „der Deal“.

Künstlerische Inspiration sind dem Niederländer mit Wohnsitz in Amsterdam und Köln die von Kerschgens gesammelten afrikanischen Skulpturen. Doch nicht nur die Skulpturen finden sich auf den Zeichnungen wieder, die Mark Met in den letzten Tagen geschaffen hat. Auf einigen findet sich neben der Skulptur auch ein Plüschaffe – ein bildnerischer Verweis auf eine weitere Aktivität des Künstlers. Als Projektkünstler hat er sich einen Namen gemacht und dies in einem Gorillakostüm. Das war bei einem Performance-Festival in Köln.

Die Affen haben nach einem Schlüsselerlebnis Eingang in Mets Kunst gefunden. Während eines Stipendium-Aufenthalts in Spanien besuchte der Künstler einen Zoo. Dort stellte er sich nah an einen Schimpansenkäfig und blickte dem Primaten direkt ins Gesicht. „Dabei habe ich eine Traurigkeit, eine Melancholie in seinen Augen gesehen, die mich sehr berührt hat“, sagt der Niederländer. Durch diesen Schimpansen haben sich Affen einen Platz in seiner Kunst gesichert. Im Haldern ist eine Art Stillleben entstanden, bei dem sich ein weißer Plüschaffe um eine afrikanische Holzskulptur kuschelt, auf einer anderen Zeichnung ist ein Gorilla zu sehen, in dessen Mimik der Betrachter lesen kann.

Studiert hat Mark Met an der Rijksakademie in Amsterdam. Auf Peter Kerschgens traf er erstmals vor vielen Jahren im ArToll-Kunstlabor auf dem Gelände der Rheinischen Landesklinik Bedburg-Hau. Obwohl der Kontakt zunächst nicht weiter intensiviert wurde, behielt Kerschgens den Performance-Künstler, der auch für seine Installationen und Zeichnungen bekannt ist, im Auge und lud ihn 2010 zum Symposion ein. Und nun zum neuen Projekt „Artist in Residence“.

Eine angenehme Erfahrung

„Eine angenehme Erfahrung “, sagt Mark Met über den nun zu Ende gehenden zweiwöchigen Aufenthalt. In Haldern hat er neben der Arbeit auch viele schöne Spaziergänge gemacht und sich an der Landschaft erfreut. „Sie ist noch ursprünglicher als in den Niederlanden“, so seine Empfindung. Und so fühlte er sich an Gemälde des Barockmalers Paulus Potter erinnert, der für Weidelandschaften mit detailgenauen Viehdarstellungen bekannt ist.

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