Eine Chance für Microsoft – Von Sven Frohwein

Sven Frohwein

Die Sensation ist perfekt: Für über acht Milliarden Dollar übernimmt der US-Softwareriese Microsoft die Internettelefonisten von Skype. Und das, obwohl der Übernahmekandidat nicht einmal annähernd so viel wert ist – und sogar noch eine Menge Schulden angehäuft hat. Was Skype für Microsoft so wertvoll macht, ist die vage Hoffnung, endlich das zu schaffen, was seit Jahren nicht gelingen will: Im lukrativen Geschäft mit Internet-Anwendungen einen Fuß in die Tür zu bekommen.

Microsoft wird der Kauf von Skype nicht weiter belasten. Ge­nug Geld haben die Windows-Macher gebunkert. Und seitdem auch der neuste Spross der Software-Familie, Windows Phone 7, sich anschickt, den Handy-Markt aufzumischen, könnte die Rech­nung aufgehen. Apple und Google werden mit Mi­crosoft rechnen müssen.

Aber nur, wenn es Microsoft-Boss Ballmer gelingt, die Masse der Skype-Nutzer, die bislang für lau über das Netz telefonieren, für die Bezahlversion zu gewinnen. Und er muss verlässliche Partner finden, um Skype zum Telefonie-Standard im mobilen In­ternet auszubauen. Da werden die Mobilfunkanbieter etwas dagegen haben.