Ein Wettbewerb ohne Verlierer

Diethelm Textoris
Jubel bei der Siegerehrung.
Jubel bei der Siegerehrung.
Foto: WR

Lünen. Nach fünf Spieltagen beim „Festival des Jungen Theaters Lünen“ wollten die Teilnehmer vor allem eines wissen: Haben wir einen der vorderen Plätze erreicht, wurden wir vielleicht sogar Wettbewerbssieger? Doch zunächst mussten sie am Mittwochabend im Foyer des Heinz-Hilpert-Theaters ihre jugendliche Ungeduld noch zügeln. Denn die Siegerehrung stand erst ganz am Ende des Programms.

Die Veranstaltung begann mit einer von Festivalkoordinator Matthias Laarmann bezeichneten „kosmischen Verschwörung“. Wegen des herein flutenden Sonnenlichts waren die von den Schülern mit viel Mühen erstellten Gruppenporträts und auch der von Markus Werthebach anfertigte Filmzusammenschnitt auf der Projektionswand nur schlecht zu erkennen. Kompliment für die anwesenden Schülerinnen und Schüler, die trotzdem dem Leinwandgeschehen interessiert folgten und auch die „gegnerischen“ Mannschaften mit Beifall bedachten.

Danach stellten Matthias Laarmann und Christiane Hüdepohl sich selbst und die übrigen Mitglieder der heterogenen sechsköpfigen Jury vor, „die zwar aus unterschiedlichen Bereichen kommen, aber alle mit der Kultur verbunden sind“. Danach verlas Laarmann die von der Jury erstellten „Expertisen“ zu den Aufführungen. Dabei machte er es nicht weniger spannend als bei den Supertalentshows im Fernsehen. Denn bei der Menge an positiven Aspekten konnte immer noch jede Gruppe den Eindruck haben, Sieger zu sein.

Erst ganz am Ende ließ er die Katze aus dem Sack und Kulturausschussvorsitzender Hans-Peter Bludau und Stellvertreter Jochen Otto konnten den begehrten Pokal und die ansehnlichen Geldpreis überreichen. Den ersten Preis erkämpften die Literaturkurse des Gymnasiums Altlünen mit ihrer Collage: „Alles Liebe- im Wendekreis des Panda“, für welche die Jury Prädikate wie überdurchschnittlich, herrlich originell und brillant fand. Platz zwei belegte die Theater AG des Gymnasiums St. Christophorus Werne mit den „Gelehrten Frauen“. Den dritten Platz erreichte das Ernst-Barlach-Gymnasium Unna mit „Mein Freund Harvey“. Hochgerissene Hände, Freudenschreie, Umarmungen beim Sieger, Jubel auch bei den Nächstplatzierten.

Bei den mit Anerkennungspreisen bedachten Gruppen der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule und des Anne Frank Gymnasiums Werne war es wie den olympischen Spielen. Man sagte sich: „Dabei sein ist alles“, und trotzdem war die Enttäuschung zu erkennen und in manchen betretenen Gesichtern ablesen. Schließlich war gerade ein Hoffnungstraum zerplatzt. Ein wenig tröstend waren dabei die Erläuterungen von Dr. Laarmann, dass die Unterschiede zwischen den Letztplatzierten und den übrigen nur geringfügig waren und vor allem die Worte von Christiane Hüdepohl: „Es gibt keine Verlierer. Durch euren Einsatz beim Theaterfestival habt ihr Erfahrungen gemacht, die euch keiner nehmen kann. Nehmt sie mit fürs Leben.“