Ein Vorgeschmack auf Olympia 2012

Eton.. Einmal schlafen wie ein Olympia-Teilnehmer. Auch das durfte Lukas Müller. Vor dem Titel. Nach dem Titel. Die Junioren-WM in Eton war schließlich olympische Testregatta und so durften die Athleten sogar im künftigen Olympia-Dorf der Kanuten und Ruderer an der Londoner Universität wohnen.

Es ist kein extra für die Olympischen Spiele in London errichtetes Dorf, es sind die Wohneinheiten der Studenten, die die Sportler nutzten und auch die Olympia-Teilnehmer nutzen werden. Der Dorney Lake in Eton liegt weit außerhalb des Olympia-Geländes und wegen des hohen Verkehrsaufkommens in London möchte man den Wassersportlern keine allzu weiten Fahrten zur Regattastrecke zumuten. Wenn die Straßen dicht sind, können es auch schon mal schnell zwei Stunden werden. Unzumutbar, bei bis zu zwei Trainingeinheiten am Tag und vor allem während der Wettkämpfe. Ein Außendorf gab es beispielsweise auch schon 1992 in Barcelona. Nur wurde damals extra ein neues Dorf in Banyoles hochgezogen, das später in einzelnen Wohneinheiten zum Verkauf angeboten wurde.

Für die Studenten der Universität ist es normal, im Sommer während der Semester-Ferien ihre Zimmer zu räumen. Die werden dann vermietet. Diesmal an die Sportler. Mit besonderem Luxus für Malte Jakschik. Es gibt Einzelzimmer. „Das ist ganz schön ungewohnt nach dem langen Trainingslager mit Mehrbettzimmern. Richtig klasse“, erzählt der Dorstener U19-Weltmeister. Mehr Ruhe also im Zimmer. Aber nicht außerhalb. Auf der Straße treffen sich die Nationen, plaudern über das Event, die eigenen Ziele und die hervorragenden Bedingungen, für die die zahlreichen Helfer sorgen. Die bekommen nach dem letzten Finale in der Pressekonferenz des Weltruderverbandes viel Lob: „Alle haben die großer Herausforderungen hervorragend gemeistert. Wir freuen uns auf Olympia“, sagte Dennis Oswald, der Vorsitzende des Weltruderverbandes.

Alles wurde durchgespielt. Im Athletendorf. An der Strecke. Überall Kontrollen. London 2012 soll perfekt werden. Für die Athleten. Und auch die Zuschauer. „Hier können sie nicht rein. Entschuldigung, wir können leider keine Ausnahme machen“, sagt ein Helfer. So gab es auch eine Mixed-Zone für Interviews, weil Journalisten während Olympia keinen Zugang zum Bootspark haben sollen. Für die gab es allerdings Ausnahmen, weil die jungen Athleten Interviews noch nicht so gewohnt sind. Die Medienvertreter durften mit Extra-Leibchen nach Absprache für einen kurzen Zeitraum die Schranke passieren. Für die selbst international Regatta erfahrenen Angehörigen allerdings eine ungewohnte Situation. Es ist diesmal nicht so einfach, mit dem Sohnemann oder dem Bruder in Kontakt zu kommen.

Aber noch nicht alles glänzte wie Olympia. Da haben die Chinesen 2007 deutlich mehr vorgelegt und die Strecke zur Junioren-WM komplett in ein Test-Event-Outfit gepackt. Ein Jahr später wurden nur die Banner ausgetauscht. In Eton fehlte dies komplett.

Vergleiche, die die jungen Athleten allerdings nicht hatten und so genossen sie eine perfekt durchorganisierte Weltmeisterschaft in vollen Zügen. Wenn dabei am Ende auch noch die Goldmedaille herausspringt, dann ist es umso schöner. Wenn der Verband noch haushoch überlegen die Nationenwertung gewinnt, dann ist die Stimmung auf dem Siedepunkt angekommen. Feiern, Feiern, Feiern. Jetzt folgt die am Club. Die wird genauso wunderschön sein. Der Ruderverein Dorsten freut sich riesig auf seinen Junioren-Weltmeister.

 
 

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