Ein Ständchen für Mutter

Jo Gernoth
Muttertagskonzert der Blasmusik St. Marien auf der Wiese vor der Kirche.
Muttertagskonzert der Blasmusik St. Marien auf der Wiese vor der Kirche.
Foto: WAZ FotoPool

Dorsten. Blasmusik, Bierstand und Grillwurst: Das hört sich nicht unbedingt originell an, aber man kann diesen verstaubten Klassiker auch ganz anders unters Volk bringen. Den Beweis dafür lieferte einmal mehr die Blasmusik St. Marien mit ihrem Freiluftkonzert zum Muttertag.

Mit bunten Westen und überhaupt nicht uniformiert entführten die von Thomas Günther dirigierten Musiker im Schatten der Marienkirche in eine musikalische Welt, die alle Wünsche in Sachen Unterhaltungsmusik perfekt bediente. Dabei ist das Orchester selbst schon ein repräsentativer Querschnitt der Generationen: Kinder spielen gemeinsam mit ihren Müttern und Vätern Musik, die auch ihren Großeltern gefallen würde.

„Bei einem Konzert unter Kastanienbäumen hat auch die Polka und der Marsch seine Daseinsberechtigung“, sagt Thomas Günther und in der Tat kommt sein Potpourri von bekannten Militärmärschen beim Publikum an. Auch jüngere Zuhörer finden das normal. „Ist so ein bisschen Oktoberfest. Passt doch“, sagt Ewald Albersmann, der eine Sahnetorte in der Hand hält und sie am Kuchenbuffet abliefert. „Das organisieren wir in St. Marien alles auf dem kurzen Dienstweg. Viele Gemeindemitglieder spendieren einen Kuchen. Den Erlös können wir in der Gemeinde gut gebrauchen“, sagt Günther, der wie in jedem Konzert seiner Blechbläser auch am Muttertag wieder ein kleines musikalisches Experiment wagt: Sein Medley mit den Themen des Films „Fluch der Karibik“ ist gelungen und es spricht für den Spaß, den die Musiker bei ihrem Spiel haben, wenn vereinzelt eine Augenklappe bei den Musikanten bestens mit dem Thema korrespondiert. „Dieses Orchester und diese Konzerte sind für unser Gemeindeleben ein Geschenk des Himmels“, sagt Ewald Albersmann und lässt sich sein Bierchen schmecken. Die Welt in St. Marien ist klein, aber fein.