Ein neues Zuhause dank G8

Herne. Morgens früh aufstehen. Frühstück. Ab in die Schule. Nach Hause. Essen. Lernen. Schlafen. So sieht meistens der Tagesablauf der heutigen Gymnasiasten aus. Viel Zeit verbringen sie in der Schule. Ob das nur an G8 liegt? Wir, Schüler der Klasse 8b des Gymnasiums Wanne, machten eine Umfrage zum Thema „G8 – immer mehr Zeit in der Schule?“.

Während 84 Prozent der Schüler fanden, wir hätten viel zu viele Unterrichtsstunden, meinten etwa 86 Prozent der Lehrer, die Unterrichtsstundenaufteilung wäre optimal.

Viele Lehrer waren auch der Meinung, dass die Schüler sich viel besser auf den Unterricht vorbereiten müssen, indem sie besser lernen und regelmäßig Hausaufgaben machen sollten.

Besser auf den Unterricht vorbereiten, aber wann?

Aber wie sollen wir uns denn als Schüler besser auf den Unterricht vorbereiten, wenn wir gar keine Zeit dafür haben? In den ganzen Pausen und Freistunden kann man sich doch wegen der Lautstärke gar nicht konzentrieren und nach der Schule ist man kaputt und hat Kopfschmerzen. Dieses Argument wurde auch mehrmals als Grund von den Schülern für weniger Schulstunden genannt.

Man merkt schon, dass die Schüler heutzutage viel weniger Freizeit als früher haben, aber kann man die Schuld wirklich auf G8 schieben?

Viele der älteren Lehrer, die früher 13 Jahre Schule unterrichteten und sich in dieses System eingearbeitet hatten, sagen, G8 müsse abgeschafft werden. 13 Jahre Schulunterricht sei viel sinnvoller – nicht nur für Schüler, auch für Lehrer. Denn dann hätten alle mehr Zeit sich vorzubereiten. Früher blieben die Schüler länger Kinder und hätten noch ein Jahr mehr Zeit gehabt, für das Leben nach dem Abitur und die Zukunft zu lernen.

Die Lehrer, die aus Ostdeutschland kommen und nichts anderes als G8 kennen, wissen gar nicht, was überhaupt so schlimm an G8 sein soll. Nordrhein-Westfalen bilde sich diesen Stress mit der uns noch nicht vertrauten Schulform nur ein.

Die jüngeren Lehrer brachten einen sehr guten Verbesserungsvorschlag ein. So hieß es von ihrer Seite, man brauche Mut, um die Lehrplangestaltung zu verbessern. Es liege nicht an G8, sondern an der Planung: Sie müsse exakter besprochen werden. Es dürfe nicht zu viel Stoff für die Unterrichtsstunden vorgesehen werden.

Den Unterrichtsstoff besser einteilen

Der Unterrichtsstoff muss also besser eingeteilt, aber auch intensiver behandelt werden. So sehen das zumindest rund 62 Prozent der Schüler. Sie finden, viele Lehrer müssten mehr auf die Schwächen der Schüler eingehen, als irgendwelche Geschichten zu erzählen. Die Lehrer sollten ernster mit dem Vorbereiten von Klassenarbeiten und Klausuren umgehen.

Die Lehrer selbst sehen das nicht so, doch die beiden Parteien haben unterschiedliche Meinungen.

Rund 86 Prozent der Lehrer sind ebenfalls der Meinung, alle Fächer seien für Schüler wichtig, genauso wie Freistunden für Lehrer. Für Schüler seien Freistunden total unsinnig, weil sie in dem Falle nur Zeitverschwendung sind. So sehen das auch einige Schüler.

Man gewöhnt sich an alles

Jedoch sagt die Hälfte der Schüler, es gebe so einige Fächer, die man nach der Schule nie wieder braucht. Sie sind für eine eigene Wahl der Unterrichtsfächer. Die meisten beider Parteien sind wegen all der Gründe der Ansicht, 30 Schulstunden pro Woche insgesamt reichen vollkommen!

Es gibt natürlich auch noch neutrale Lehrer und Schüler, die die Ansicht vertraten, wir brauchen die Lage nicht zu verändern und sollten sie einfach akzeptieren. Getreu dem Motto: Irgendwie gewöhnt man sich an alles.

Jessica J. Kirstein und Oliver Lonczar, Klasse 8b, Gymnasium Wanne

 
 

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