Ein neues Kulturzentrum für alle

Nihat Keles u. Salih Olas in der Baustelle des Ladenlokals an der neuen Moschee. Hier soll schon bald ein neues Geschäft Kunden anlocken.
Nihat Keles u. Salih Olas in der Baustelle des Ladenlokals an der neuen Moschee. Hier soll schon bald ein neues Geschäft Kunden anlocken.
Foto: Marion Gerdel

Halver. „Unsere alte Moschee platzt aus allen Nähten“, sagt Nihat Keles, 2. Vorsitzender der Türkisch Islamischen Gemeinde. „Wir sind mittlerweile 230 Mitglieder in unserem Verein und da werden die Räumlichkeiten einfach zu klein.“

In der Schützenstraße konnte der Verein ein altes Fabrikgebäude erwerben, das nun so umgebaut wird, dass es von der Gemeinde genutzt werden kann. „Als erstes bauen wir hier ein Ladenlokal auf. Mit dessen Mieteinnahmen können wir dann den Um- und Ausbau der Räume für die eigentliche Moschee finanzieren“, erklärt Salih Olas, Beisitzer des Vorstandes, die Vorgehensweise.

Keine Religion soll
ausgeschlossen werden

Als weitere Geldeinnahme dient dem Verein die Vermietung von drei Wohneinheiten im Gebäudekomplex. Zwei dieser Wohnungen sind bereits vermietet. Die dritte dient zur Zeit noch als Büroräume und Aufenthaltsraum für die Jugendlichen. Sie soll später auch vermietet werden. „Denn wenn die Moschee steht, brauchen wir Einnahmen, um die laufenden Kosten zu decken“, wissen die beiden Vorstandsmitglieder.

In der eigentlichen Moschee werden zwei Gebetsräume für Männer und Frauen, ein großer Aufenthaltsraum und ein 200 Quadratmeter großer Mehrzweckraum für sportliche Aktivitäten, Veranstaltungen, Fastenbrechenessen und Konferenzen entstehen. „Wir wollen vor allem der Jugend viel anbieten“, ist das Hauptanliegen des Vereins. „Wenn der Bau erst mal fertig ist, können wir hier richtig aktiv werden. Wir wollen dabei mit ganz Halver zusammen arbeiten – keine Religion oder Staatsangehörigkeit soll ausgeschlossen werden.“

Schon jetzt kommen häufig Schüler aller Schulformen, um sich in der alten Moschee über den Islam als Religion zu informieren. „Diese Offenheit wollen wir viel weiter praktizieren – auch dafür sollen die neuen, großen Räumlichkeiten hilfreich sein. Es soll ein regelrechtes Kulturzentrum werden.“ Im neuen Gebäude soll nicht nur gebetet, sondern es soll mit viel Leben gefüllt werden. „Wir wollen nicht mehr schüchtern in der Ecke stehen, sondern zeigen, dass wir da sind und am Halveraner Leben teilhaben wollen. So können wir miteinander etwas auf die Beine stellen.“

Keles, der in Deutschland aufgewachsen ist, versucht mit der Türkisch-Islamischen-Gemeinde einen noch besseren Weg der Integration zu finden. „Wir wollen alles mitmachen, aber auch alles unterstützen. Das gibt schon unsere Religion vor.“

Wenn es nach Nihat Keles geht, soll das Ladenlokal in diesem und die Moschee im nächsten Jahr fertig gestellt sein. „Das ist aber eine finanzielle Frage. Wir gehen von rund 600 000 Euro als Gesamtbaukosten aus, die wir über Mieteinnahmen und Spenden einnehmen müssen“, erklärt er. Als Baufirmen sollen vor allem Halveraner Betriebe engagiert werden.

 
 

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