Ein dicker Fisch im Flächenpool

Lüdenscheid.. „Kleinhuis“ – der Schriftzug über dem Haupteingang zum Firmenkomplex „An der Steinert“ ist noch da.

Doch schon seit fast acht Jahren gilt er nicht mehr, stehen die Gebäude leer. Jetzt macht die Linzer Niedax-Group, die Kleinhuis seinerzeit übernahm, einen neuen Versuch, die Immobilie loszuwerden: Mit Hilfe der städtischen Wirtschaftsförderung im Lü­denscheider Rathaus und im Rahmen des Projekts Flächenpool NRW soll es gelingen, „für das rund 7900 Quadratmeter große Grundstück durch Verkauf an einen Investor eine Anschluss-Nutzung zu erzielen“. Hofft Thomas Enders, Niedax-Group. Mehr noch: „Wir er­warten, dass die Zusammenarbeit noch innerhalb dieses Jahres zu Ergebnissen führen wird.“

Missmanagement ließ Standort baden gehen

Und tatsächlich hat die Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft NRW (BEG NRW), die sich im „Flächenpool“ gemeinsam mit Lüdenscheid als Pilotkommune um neues Leben für insgesamt sieben brache Flächen im Stadtgebiet kümmert, das Kleinhuis-Areal bereits näher ins Visier genommen. Gemeinsam mit zwei anderen Standorten, für die es „ähnliche Nutzungsideen“ gebe, sagte BEG-Geschäftsführer Thomas Lennertz der WR. In zwei bis drei Monaten, so schätzt er, könne eine Strategie für die künftige Nutzung durchaus stehen. Wohnen statt Industrie oder Gewerbe sei grundsätzlich drin, meint der BEG-Chef, Einzelhandel dage­gen passe nicht ins ge­samtstädtische Konzept.

Bestehende Gebäude nutzen, teilweise oder komplett abreißen und neu bauen -- Lennertz betont, dass für das Areal noch gar nichts spruchreif sei. Die Untersuchungen seien noch im Gange, ebenso die Gespräche mit dem Eigentümer. „Wir rechnen jetzt verschiedene Nutzungsszenarien durch.“ Auf dieser Basis könne die BEG dann gut zwischen Eigentümer und Erwerbsinteressenten vermitteln – und besser abschätzen, ob ein potenzieller Käufer es mit einer Nachnutzung auch wirklich ernst meint.

Was den scheibchenweisen Kleinhuis-Niedergang damals in Lüdenscheid angeht, hatte die IG Metall bereits im Jahr 2000 die Ursachen unter anderem in Missmanagement der Geschäftsführung gesehen. Und in maroder Baukonjunktur, die dem Lieferanten für den Großhandel sehr zu schaffen gemacht habe.

Kurz nach der Schließung Mitte 2003 eine erste Hoffnung für das Firmengelände: Um der Raumnot im Berufskolleg für Technik am Raithelplatz Herr zu werden, denkt der Märkische Kreis als Schulträger darüber nach, Teile des Verwaltungsgebäudes anzumieten. Als sich jedoch zeigte, dass ein aufwändiger Umbau nötig werden könnte, um den gemieteten Teil von möglicher anderer Nutzung abzugrenzen, ruderte der Kreis zurück. Und arrangierte sich damals unter anderem räumlich mit dem benachbarten Gertrud-Bäumer-Berufskolleg.

 
 

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