Dringender Tatverdacht: 25-jähriger Sohn soll Vater Chafik I. getötet haben

Bei einer Pressekonferenz informierten Polizei und Staatsanwaltschaft über die Hintergründe des Verbrechens in der Altenaer Industriebrache. Der 25-jährige Sohn des Opfers sei dringend tatverdächtig. Im Bild der Leiter der Mordkommission, Ralf Eickler (l.), und der Leiter Ermittlungsdienste im MK, Udo Reich. Foto: Christof Hüls
Bei einer Pressekonferenz informierten Polizei und Staatsanwaltschaft über die Hintergründe des Verbrechens in der Altenaer Industriebrache. Der 25-jährige Sohn des Opfers sei dringend tatverdächtig. Im Bild der Leiter der Mordkommission, Ralf Eickler (l.), und der Leiter Ermittlungsdienste im MK, Udo Reich. Foto: Christof Hüls
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Altena. Die Identität der Leiche des Verbreches in Altena ist geklärt: Nach dem Abgleich des Gebisses mit Zahnarzt-Unterlagen steht fest, dass es sich bei dem Toten um den Altenaer Geschäftsmann Chafik I. (65) handelt. Das Amtsgericht Hagen hat Haftbefehl gegen den 25-jährigen Sohn erlassen - wegen des Verdachts eines Totschlag-Deliktes.

Die nächste Zeit bis zur Klärung der mysteriösen Umstände wird der Student wahrscheinlich in der Justizvollzugsanstalt Hagen verbringen. Einen neuen Sachstand konnte der ermittelnde Staatsanwalt Bernd Haldorn am Freitag nicht verkünden. Der Verdächtige mit deutscher Staatsbürgerschaft äußert sich bisher nicht zu den Vorwürfen. Nisherige Einlassungen interpretiert der Staatsanwalt jedoch zu Lasten des Verdächtigen. Als der Student in der Nacht zu Donnerstag von seinem Kurztrip aus Beirut zurück kehrte, sei er „nicht überrascht“ gewesen von den Umständen.

Wie von der WAZ-Mediengruppe berichtet, steht der 25-Jährige im dringenden Tatverdacht, seinen Vater getötet zu haben. Anschließend soll er den Leichnam im Keller der Schwarzenstein-Brache verbrannt haben. Die Leiche wurde bis auf wenige Gliedmaßen bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Erst ein Abgleich des Gebisses brachte am Freitag endgültige Klarheit über die Identität des Toten. Das Rechtsmedizinische Institut in Dortmund obduzierte die Überreste der Leiche am Donnerstag. Bei dieser Untersuchung ließen sich Spuren von Gewaltanwendung nachweisen. Die Gewalt wurde vor der Verbrennung ausgeübt. Näher äußerte sich Staatsanwalt Haldorn nicht.

Hinweise auf familiäre Auseinandersetzung

Jedenfalls fand die Polizei in der Wohnung des Getöteten gewisse Hinweise auf eine mögliche Auseinandersetzung. Der Sohn lebte erst seit einigen Monaten wieder im Umfeld des Vaters: Chafik I. wohnte im 220 qm großen Dachgeschoss der ehemaligen Managervilla am Winkelsen. Der Sohn lebte in einer auf einer Garage gebauten Wohnung, etwa 20 Meter neben der großen Villa. Er wird als jähzornig beschrieben. Er soll in Aachen, Bochum oder Essen und zuletzt an der Biz in Iserlohn studiert haben.

Der oder die Täter müssen eine größere Menge Brandbeschleuniger verwendet haben, um den Körper so stark zu verbrennen. Unzweifelhaft scheint der Zusammenhang zum Feuer, das am Sonntag in der Industriebrache brannte. Wie berichtet, war die Feuerwehr am Sonntag ausgerückt, um brennenden Müll zu löschen. Dass die brennende Matratze möglicherweise dazu benutzt worden war, einen Toten zu transportieren, konnten die Einsatzkräfte am Sonntag nicht ahnen. Genauso wenig wie die Tatsache, dass nur wenige Meter entfernt, erreichbar durch einen dunklen Schacht, eine verkohlte Leiche lag.

 
 

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