Dilemma beim Ethanol: Tank voll, Teller leer

Frank Schmidt von der BFT Tankstelle.
Frank Schmidt von der BFT Tankstelle.
Foto: Dietmar Wäsche

Kamen.. Die Einführung von E10, von der EU und der Bundesregierung gewollt, wird von Umweltschützern und Opposition durchaus kritisch gesehen. Für den Grünen-Bundestagsabgeordneten Friedrich Ostendorff geht es letztlich um die ethische Kernfrage: „Teller oder Tank?“

Er hält die flächendeckende Einführung von von E10 für einen „Irrweg“: „Dass die Ökobilanz durch die Einführung von E10 besser ausfällt, muss allein angesichts des Produktionsweges für Ethanol angezweifelt werden“, sagte der Bio-Bauer aus Bergkamen, und rechnet vor: „Um allein den deutschen Bedarf an E10 zu decken, müssten von den 12 Millionen Hektar Ackerfläche in Deutschland, allein 1 Million Hektar für den Anbau von Grundstoffen wie Mais und Zuckerrüben für die Gewinnung von Ethanol vorgehalten werden. Und wenn das nicht in Deutschland gelingt, dann anderswo in der Welt, etwa in Indien oder Brasilien, wo ganze Urwälder dafür weichen müssen.“

Auch aus ethischen Gründen lehnt Ostendorff diese Form der Agrarwirtschaft ab, weil landwirtschaftliche Fläche zur Produktion von Lebensmitteln, die auch als solche Verwendung finden, verloren geht.

Verschwendung von Ackerland

„Denken Sie nur an die riesigen Flächen im Kreis Borken, wo Mais im großen Stil für die Schweinemast, für die Biogas-Gewinnung und demnächst dann vermutlich auch für die Ethanol-Produktion vorgehalten werden. Diese Art der industriellen Monokultur zerstört die natürliche Artenvielfalt.“

Reinhard Döring, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Kreisverbandes mahnt einen sensiblen Umgang mit gutem Ackerboden an: „Die Weltvorräte an Nahrungsmitteln schrumpfen. Wir werden uns den verschwenderischen Umgang mit der wertvollen Ressource Ackerland nicht mehr leisten können.“

 
 

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