Die wichtigsten Fragen rund um die Antibaby-Pille

Am 1. Juni vor 50 Jahren kam die Antibaby-Pille auf den deutschen Markt. Doch wie funktioniert sie, was tun, wenn sie vergessen wurde, was muss bei der Einnahme beachtet werden? Hier gibt es Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Pille.

Berlin.. 1961 kam die Antibaby-Pille auch in Deutschland auf den Markt, nachdem sie im Jahr zuvor bereits in den USA zugelassen worden war. Heute ist sie für Millionen Frauen ein sehr sicheres Verhütungsmittel.

Wie wirkt die Pille?

Die Pille enthält Gestagen und Östrogen, künstliche weibliche Hormone. Bei sogenannten Mikropillen handelt es sich um niedrig dosierte Kombinationspräparate, während die Minipillen reine Gestagen-Produkte sind. Die Antibaby-Pille greift in den Hormonhaushalt ein und gaukelt dem Körper im Grunde eine Schwangerschaft vor: Die Hormone verhindern den Eisprung und verändern den Schleimpfropfen am Gebärmutterhals, so dass Spermien nicht in die Gebärmutter oder den Eileiter vordringen können. Zudem wird keine Gebärmutterschleimhaut aufgebaut, in die sich befruchtete Eizellen einnisten könnten.

Pille vergessen - was nun?

Die Minipille muss sehr pünktlich eingenommen werden, eine Verschiebung ist um maximal drei Stunden möglich. Wird die Einnahme der Mikropille einmal vergessen, kann dies binnen zwölf Stunden nachgeholt werden, ohne dass der Empfängnisschutz nachlässt. Im Zweifel geht man mit einem Kondom auf Nummer sicher.

Welche Vorteile hat die Pille?

Neben dem Schutz vor Schwangerschaft sowie einem regelmäßigen Zyklus profitieren viele Frauen von einem besseren Hautbild. Zudem verringern sich Schmerzen während der Regel.

Was ist bei der Pilleneinnahme zu beachten?

Die Pille schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV. Bei der Einnahme bestimmter Medikamente wie Antibiotika oder Anti-Epileptika kann ihre Wirkung zudem beeinträchtigt sein. Auch Johanniskraut in konzentrierter Form kann den Empfängnisschutz abschwächen, ebenso Durchfall oder Erbrechen.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Die Pille kann zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Stimmungsschwankungen oder Brustspannungen führen. Vor allem bei der Minipille kann es zu Schmier- und Zwischenblutungen kommen. Schwerwiegende Nebenwirkungen wie Thrombose, Lungenembolie, Herzinfarkt oder Schlaganfall sind nach Angaben des Berufsverbandes der Frauenärzte selten und betreffen vor allem Risikopatientinnen. Das Thromboserisiko, also das Risiko von Blutgerinnseln in den Adern, ist bei Raucherinnen, starkem Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, aber auch familiärer Vorbelastung erhöht. Die Pille führt nicht automatisch zu einer Gewichtszunahme, aber die Hormone können Wassereinlagerung im Körper verursachen.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Pilleneinnahme und Krebs?

Es gibt Experten zufolge kein generell höheres Krebsrisiko. Untersuchungen zufolge führt die Mikropille aber möglicherweise zu einem leicht erhöhten Brustkrebsrisiko. Nach Absetzen der Pille geht das Risiko innerhalb von fünf Jahren wieder zurück. Normalerweise braucht ein Brustkrebs zur Entstehung 15 bis 20 Jahre. Wird die Pille länger als acht Jahre genommen, kann dies einer britischen Studie zufolge das Risiko für Gebärmutterhalskrebs erhöhen. Hingegen verringert die Pille das Risiko für Gebärmutterschleimhaut- oder Eierstockkrebs.

Was kostet die Pille?

Die Kosten belaufen sich auf rund fünf bis 17 Euro im Monat. Die Pille ist verschreibungspflichtig. Bis zum 20. Lebensjahr werden die Kosten von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Allerdings müssen Frauen zwischen 18 und 20 Jahren die Rezeptgebühr und die Praxisgebühr pro Quartal bezahlen.

Welche Alternativen zur Pille gibt es?

Es gibt auch andere hormonelle Verhütungsmethoden, etwa als Drei-Monats-Spritze, Pflaster, Vaginalring oder sogenanntes Verhütungsstäbchen, das unter die Haut implantiert wird. Verhütet werden kann auch mit Diaphragma, Spirale, Portiokappe, Pessar oder natürlich mit Kondom. Im äußersten Notfall gibt es die "Pille danach", die bis zu fünf Tage nach ungeschütztem Sex geschluckt werden kann und eine Schwangerschaft verhindert.

Gibt es die Pille auch für den Mann?

Forscher suchen seit Jahren danach, bislang aber ohne Erfolg. (afp)

 
 

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