Die Wardstraße soll erhalten bleiben

Die Abgrabung wird rechts und links der Kreisstraße
Die Abgrabung wird rechts und links der Kreisstraße
Foto: www.blossey.eu
Die Kiesunternehmen sind aktiv geworden und haben eine neue Planung für die Auskiesung Reeser Welle auf den Weg gebracht. Mit dem großen Vorteil: Die Wardstraße soll erhalten bleiben.

Rees..  Die Kiesunternehmen sind aktiv geworden und haben eine neue Planung für die Auskiesung Reeser Welle auf den Weg gebracht. Mit dem großen Vorteil: Die Wardstraße soll erhalten bleiben.

Statt einer großen Auskiesungsfläche sind zwei kleinere Seen rechts und links der Wardstraße (Kreisstraße 18) geplant. Sie durchteilt die etwa 100 Hektar große Fläche in zwei Seen à 45 und 48 (nördlicher See) Hektar. Damit bleibt die Straße als hochwirksame Hochwasserbremse neben Sommerdeich und Polder erhalten. Was besonders für Esserden von großer Bedeutung ist. Die Außengrenzen der Abgrabung ändern sich nicht.

Nach wie vor soll der Yachthafen verlegt werden. Und zwar vom Mahnensee in den ersten See, der zwischen Rheinbrücke, K18 und dem kleinen Parkplatz auf der linken Seite der Wardstraße vor der Zufahrt zum jetzigen Mahnensee entstehen soll. Auf der anderen Straßenseite verläuft die Wasserfläche bis zum Hof Lensing. Der Spyckerweg wird zur Wardstraße hin unterbrochen. Es soll aber ein neuer Weg im Randbereich der geplanten Abgrabung entstehen. Zum Norden hin wird eine Dichtschürze eingebaut, sie soll einem verstärkten Einfluss von Rheinhochwässern auf die Grundwasserstände im Hinterland entgegenwirken. Der zweite See wird abgeschlossen, während der erste eine Zufahrt zum Rhein erhält.

Die neuen Pläne gehen noch in dieser Woche zur Vorprüfung zum Kreis Kleve, damit es möglichst noch in diesem Jahr zu einem Scoping-Termin kommt. Das Scoping-Verfahren dient dazu, in Planungsprozessen Untersuchungen über die Auswirkung des Projektes auf die Umwelt zu definieren. Um die Umweltberichte und -prüfungen für alle Beteiligten möglichst effektiv durchführen zu können, wird der Untersuchungsraum und -inhalt zuvor festgelegt.

„Seit 1992 arbeiten wir mit der NKSB an dem Thema Reeser Welle. Doch seit drei Jahren ruht das Projekt. Was auch unsere Mitarbeiter beunruhigt. Wir müssen neu planen, unabhängig davon, wie lange noch das Klageverfahren läuft“, erklärt Jörg Hüting, Geschäftsführer des Kiesunternehmens Hülskens. Wie bekannt hatte das Verwaltungsgericht der Klage gegen die Abgrabung stattgegeben und keine Berufung zugelassen. Dagegen hat die Bezirksregierung eine Nichtzulassungsbeschwerde eingereicht. „Vor drei Jahren. Wir müssen handeln“, argumentiert Hüting und sieht in der neuen Planung eine gute Chance. Die Stadt Rees hält daran fest, die Yachthäfen vom Mahnensee in die neue Abgrabung verlegen zu wollen. Daher hat sie jetzt auch die Bauvoranfrage eines Unternehmens, das in einer Scheune am Mahnensee Boot einlagern wollte, abgelehnt.

Bis es tatsächlich zur Verlegung kommt, ist es ein langer Weg. „Bevor der Yachthafen verlegt werden kann, brauchen wir dort erst mal Wasser“, beruhigt Beate Böckels von der NKSB. Zudem stellt sich die Frage, wie damals am Mahnensee, ob eine Abgrabung die Folgenutzung Yachthafen überhaupt zulässt. Ein Verfahren, dessen Dauer unkalkulierbar ist. Der Yachthafen würde nahe der Brücke zwischen Sommerdeich, K18 und dem Hof Brauer angesiedelt. Doch bis dahin fließt mindestens ein Jahrzehnt Wasser den Rhein runter.

 
 

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