Die Schätze des Alters heben

Foto: Henryk Brock

Unna..  Gerade erst ist Annette Muhr-Nelson in ihrem Amt als Superintendentin des Kirchenkreises Unna für weitere acht Jahre bestätigt worden. In dieser wichtigen Position betreut sie mit ihren Mitarbeitern 13 Gemeinden. Dabei schätzt sie die kirchliche Vielfalt in der Region.

Im Sommer-Interview erzählt die Theologin, was es mit dem Jahresthema „Im besten Alter?!“ auf sich hat und wie es nach der Sommerpause weiterhin umgesetzt werden soll.

Ihr Jahresthema ist sowohl mit einem Fragezeichen als auch mit einem Ausrufezeichen versehen. Warum?

Annette Muhr-Nelson: Weil die Auffassungen darüber, was das beste Alter ist, sicherlich auseinandergehen. Wir wollen ja mit Blick auf den demografischen Wandel die Menschen zum Thema Altern und älter werden ansprechen. Wir möchten mit unseren Aktionen und unserem Programm auf der einen Seite deutlich machen, dass das Alter nichts Negatives ist, sondern ganz im Gegenteil als Geschenk, als Gnade und als ein Stück Lebensqualität gesehen werden kann. Die Menschen haben Zeit und Muße, die es aber sinnvoll auszufüllen gilt. Natürlich kann Alter aber auch Krankheit und Gebrechlichkeit bedeuten. Aber auch das wollen wir thematisieren.

Wie wird das Jahresthema praktisch umgesetzt?

Wir verstehen uns als Kirchenkreis in dieser Hinsicht als Plattform, die eigentlichen Aktionen und Aktivitäten finden vor Ort in den Gemeinden statt. Das Spektrum reicht von Bildungsveranstaltungen über die Seniorenarbeit bis hin zum Ehrenamt. Natürlich wollen wir die Menschen auch ermuntern, Aufgaben in unserer Kirche zu übernehmen. Wir machen uns einfach auf die Suche nach Schätzen, Erfahrungen und Erlebnissen von Menschen im besten Alter und wollen diese im gesamten Kirchenkreis austauschen. Der Kirchenkreis selbst wird zum Beispiel bei einer Veranstaltung mit Henning Scherf aktiv, den wir für September nach Hamm eingeladen haben. Der ehemalige Bremer Bürgermeister und Buchautor vertritt nämlich die Devise ‘grau ist bunt’ und wird mit seinem Vortrag unser Jahresthema sicherlich beleben. Wir nähern uns dem Thema aber auch sozialpolitisch und beleuchten die sich verändernden gesellschaftlichen Bedingungen bei einer immer älter werdenden Bevölkerung. Natürlich ist die Altersarmut neben dem Umgang mit Demenzerkrankung und Pflegebedürftigkeit auch ein Thema.

Das Jahresthema gilt jetzt noch sechs Monate lang. Was wollen Sie in dieser Zeit noch erreichen, was soll über die Jahresfrist hinaus Bestand haben?

Grundsätzlich dient das Jahresthema dazu, unsere Mitglieder in den Gemeinden für eine bestimmte Sache zu sensibilisieren. Dazu dienen die Lesungen, Vorträge oder auch ein Fotowettbewerb. Wünschenswert ist natürlich, dass sich das Thema nach diesem Anschub verselbstständigt, dass sich in den
Gemeinden die verschiedensten
Initiativen gründen, die den eingeschlagenen Weg dann weiter verfolgen.

 
 

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