„Die Kite ist einfach Futter für die Seele“

Auf dem Flugplatz an der Derner Straße fand zum 25. Mal die KITE statt.
Auf dem Flugplatz an der Derner Straße fand zum 25. Mal die KITE statt.
Foto: Dietmar Wäsche
Kamen.Die diesjährige 25. Kite war ein Drachenfest der ganz besonderen Art. Ein viertägiges Festival der Erinnerung, des Abschieds und der Rekorde. „Es haben sich rund 200 Profis für das Drachenfliegen angemeldet“, erzählt Mitorganisator Stefan Eising. So viele wie noch nie.

Kamen.. Die diesjährige 25. Kite war ein Drachenfest der ganz besonderen Art. Ein viertägiges Festival der Erinnerung, des Abschieds und der Rekorde. „Es haben sich rund 200 Profis für das Drachenfliegen angemeldet“, erzählt Mitorganisator Stefan Eising. So viele wie noch nie.

Die bunte Vielfalt der Teilnehmer spiegelte sich auch am Himmel über dem Segelflugplatz. Bauchige Märchendrachen stiegen mit behäbiger Gemütlichkeit Richtung Nachmittagssonne auf, während flinke Rochen geschickte Haken durch die Frühlingsluft schlugen. Elegante Quallen vollführten mit langen Tentakeln einen federleichten Tanz, während leuchtend bunte Räder in allen Farben des Regenbogens strahlten.

Besucherrekord am Eröffnungstag

Dieses Spektakel der Himmelsstürmer wollte sich kaum einer entgehen lassen. Die Besucherzahl am ersten Tag der Kite brach alle Rekorde. „10 000 Tagesgäste werden es wohl gewesen sein“, schätzt Mitorganisatorin Katja Herbold. Und das trotz reduziertem Programm: „Wir wollten im Jubiläumsjahr der Kite noch mal so anfangen wie vor 25 Jahren“, so Herbold. Das hieß: Am Eröffnungstag gab es keine Musik, keine Livebands, kein Bühnenprogramm.

Das Konzept kam an, die Besucher strömten in Massen auf das Festgelände, auch wenn der Start der Heißluftballons am Samstag wegen ungünstiger Winde leider ausfiel. Dafür wartete die Kite dieses Jahr mit einer Neuheit auf. Neben vielen Attraktionen wie einer historischen Drachenausstellung, Drachenbau-Workshops und einem Segelflug-Simulator fanden in diesem Jahr erstmals die Kamener Kinder Highland Games statt. Rund 50 Kinder im Alter zwischen 4 und 12 versuchten sich im Strohsack werfen, Hufeisen schwingen und Gewichte stemmen. „Das hat eingeschlagen“, resümiert Jens Schwan.

Mit dem Clan Ironforge hat er im vergangenen Jahr zum ersten Mal internationale Highland Games (allerdings für Erwachsene) auf dem Drachenfestival organisiert. Im Jubiläumsjahr lockte der sportliche Wettkampf wahre Größen des ursprünglich schottischen Sports nach Kamen. „Wir haben alles eingeladen, was Rang und Namen hat“, erzählt Jens Schwan. Neben den Profi-Sportlern Pete Hart und Roy Valentine nahm auch der Weltmeister von 2010, Larry Brock aus den USA, an den internationalen High-land Games in Kamen teil.

Feuerwerk zum Abschied

Doch nicht nur die starken Männer in den Schottenröcken kamen von weit her, auch einige Drachenliebhaber reisten extra für die Kite an. So auch Jürgen Hansen und seine Frau Silvia. Mit rund 30 Drachen im Gepäck machte sich das Paar aus Krefeld auf den Weg. „Angefangen hat das Hobby mit einem kleinen Drachen, den meine damals 3-jährige Tochter geschenkt bekommen hat“, erklärt Jürgen Hansen.

Da die Kleine zu jung war, nahm sich ihr Papa des Fliegers an. 23 Jahre vergingen. Mittlerweile gibt es kaum noch einen Raum im Haus der Familie, in dem sich kein Drachen finden lässt. „Einige haben wir sogar im Schlafzimmer“, erzählt der 49-Jährige lachend, „Die haben wir aber leider Zuhause vergessen“.

Vergessen wird man Uwe Gryzbeck von Avantgarde Drachen & Feuerwerk und seine Lebensgefährtin Ulla Bebko wohl nie. Die beiden Urgesteine der Kite geben die Organisation künftig in die Hände von Katja Herbold und Stefan Eising. „Man brauch aber nicht auf die Tränendrüse drücken“, meint Uwe Gryzbeck grinsend. Zum Abschied gab es eine Überraschung – eine Zugabe beim Feuerwerk am Samstag. Auch wenn Uwe Gryzbeck sich gelassen gibt angesichts des Abschieds, die 25 Jahre Drachenfest haben ihm doch viel bedeutet: „Die Kite ist einfach Futter für die Seele“.

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