Die Kettelersiedlung — ein Modell fürs Kleinstadtidyll

Blick in die Kettelersiedlung in Rünthe.
Blick in die Kettelersiedlung in Rünthe.
Foto: Dietmar Wäsche

Bergkamen-Rünthe.. Frisch verputzte Zechenhäuser, gepflegte Vorgärten, begrünte Fensterbänke: Die Kettelersiedlung in Rünthe-Süd ist ein Vorzeigemodel l für ein friedliches Kleinstadtidyll.

Als die ersten Häuser gebaut wurden, war um die Siedlung herum nur Ackerfläche. Diese Zeiten sind längst vorbei. Heute schmiegt sich die Kettelersiedlung am Beverbach an Neubausiedlungen und das Industriegebiet. Den Charme eines Kleinstadtidylls haben sich die Anwohner jedoch bewahrt. Dazu haben sie sich zur Siedlergemeinschaft St. Josef Rünthe zusammengeschlossen – vor genau 60 Jahren.

Verein ist genau
60 Jahre alt

Der Verein ist älter als die Siedlung: „Wir haben uns 1951 gegründet, um das Grundstück von der Zeche Werne zu erwerben“, erklärt Manfred Filipponi. Der gelernte Bäcker ist der erste Vorsitzende, erst der vierte in der langen Vereinsgeschichte.

123 Mitglieder zählt die Siedlergemeinschaft und davon leben alle in der Kettelersiedlung. Dahinter verbirgt sich übrigens nicht ein kleiner Stadtteil, sondern die Straße “Kettelersiedlung“ mit ihren Stichstraßen.

Namensgeber für das Wohngebiet war übrigens der katholische Bischof von Mainz, Wilhelm Emanuel von Ketteler.

Hauptsächlich Bergarbeiterfamilien bauten ihr Domizil in der Rünthener Siedlung. 1953 waren die ersten Häuser einzugsfertig. Und zwar Doppelhaushälften auf riesigen Grundstücken.

Anfangs waren alle Selbstversorger

„Damals waren alles Selbstversorger“, erklärt Filipponi. 700 bis 800 Quadratmeter umfasst ein Grundstück, der Garten ist dementsprechend groß. Viel Platz, um Obst und Gemüse anzubauen und sich Tiere zu halten.

Diese Zeiten haben sich geändert. „Heute sind die Auflagen nicht mehr so streng, viele Bewohner bauen die Dächer aus“, sagt der erste Vorsitzende und deutet auf eine große Dachgaube als Beweis.

Er selbst kennt die Siedlung allerdings noch in ihrem ursprünglichen Erscheinungsbild.

„Ich habe als 12-Jähriger beim Bau mitgeholfen“, erinnert sich Filipponi. Für ihn sei es aber mehr ein Spiel gewesen – zusammen mit seinen Nachbarsfreunden. Und sie alle wohnen auch heute noch dort. „Viele von uns Kindern – rund 80 Prozent – sind hier geblieben“, sagt Filipponi. Die Siedlung sei sehr familiär.

Alle zwei Jahre wird ein Siedlerfest gefeiert.

Das sei es auch, was die Siedlergemeinschaft ausmache. „Wir sind wirklich noch eine Gemeinschaft“, betont der erste Vorsitzende. „Man kennt sich, man hilft sich, ein guter Zusammenhalt.“

Alle zwei Jahre wird ein Siedlerfest gefeiert. Das war erst unlängst, am zweiten Juli-wochenende wieder der Fall. Außerdem treffen sich die Mitglieder regelmäßig zu Radtouren und Ausflügen. Auch die Bundesgartenschau sei Pflichtprogramm.

Hinweis:

Die Kettelersiedlung wird im Rahmen der Serie „Meine Siedlung“ ausführlich in der Bergkamener Ausgabe der Westfälischen Rundschau und WAZ vom 28. Juli 2011 vorgestellt.

 
 

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