„Die Bagger werden kommen“

Das EnD-I-Gelände im Industriepark Dorsten-Marl: Mitte September soll hier der Bau der Groß-Biogasanlage beginnen.
Das EnD-I-Gelände im Industriepark Dorsten-Marl: Mitte September soll hier der Bau der Groß-Biogasanlage beginnen.
Foto: Hans Blossey

Dorsten.. Seit dem ersten Spatenstich im Januar hat sich auf dem Gelände der Biogasanlage im Industriepark nichts getan. Am Donnerstag versprach Projektleiter Reinhard Strömer, „die Bagger werden kommen.“ Es gebe aber acht Wochen Verzögerung.

Der erste Spatenstich war bereits im Januar. Seitdem wuchert auf der 3,5 Hektar großen Fläche für die neue Groß-Biogasanlage im Industriepark Dorsten-Marl das Unkraut. Reinhard Störmer, Projektleiter des Investors EnD-I AG (Halle/Saale) sagte gestern, der Baustart, geplant Ende Juli, werde sich um sechs bis acht Wochen auf Mitte September verschieben und versprach: „Die Bagger werden kommen.“

Grund für die Verzögerung ist vor allem eine erneute Überprüfung des Baungrundes. EnD-I und Generalunternehmer RosRoca wollen der Anregung eines neuen Gutachtens folgen, für das hoch stehende Grundwasser eine eigene Wasserhaltung zu installieren (dafür muss der Boden zwei Meter tief ausgekoffert werden) und zudem die Bodenplatte unter den acht mächtigen Fermentern 40 statt nur 30 Zentimeter dick zu gießen.

Störmer: „Unsere Anlage wird mit 5,5 Megawatt Leistung die größte in Nordrhein-Westfalen. Wir haben dabei Industriestandards zu erfüllen.“ Die Änderung der Pläne führe zwar zu Verzögerungen, nicht aber zu grundsätzlichen Problemen für das Projekt. Der Kostenrahmen von insgesamt 23 Mio Euro werde weitgehend eingehalten.

Der bisherige und weitere Zeitplan für das Projekt: Schon zum ersten Spatenstich im Januar habe die Bimsch-Genehmigung (Bundes-Immissionsschutz-Gesetz) vorgelegen, sei der Vertrag mit dem katalanischen Generalunternehmer Ros Roca bis auf Details ausverhandelt gewesen. Bis April wurden die technische Planung („Engineering“) verfeinert und Ausschreibungen verfeinert. Der Auftrag für den Bau der acht Fermenter (je 4500 Kubikmeter Volumen) könne Ende August vergeben werden.

Nach den Planänderungen soll nun ende September mit Tiefbauarbeiten begonnen werden (Dauer etwa bis Mitte Oktober). Die acht Gärkammern für Biomasse könnten ab Mitte Oktober gebaut, Aufträge für weitere Teile der „sehr kompakten“ Anlage im November vergeben werden. Im Frühjahr 2011 – vorausgesetzt der Winter spielt mit – sei der Rohbau abgeschlossen, sagt Störmer. In der zweiten Jahreshälfte könnte die Anlage dann in Betrieb gehen und bis Ende 2011 oder Anfang 2012 auf volle Leistung hochgefahren werden.

Betreiben soll die Anlage die „Bioenergie Dorsten GmbH“, eine hundertprozentige Tochter der EnD-I AG. Aus täglich 315 Tonnen Frischmasse sollen 32 000 Normkubikmeter aufbereitetetes Biomethangas hergestellt und ins Netz eingespeist werden.

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen