Diabetes früh entdecken

Ute-Maria Schlebusch (l.) und Mechthild Hasenaecker bieten im Kulturzentrum am Brunnenplatz Beratungen über Diabetes  für Migranten und ihre Familien an.
Ute-Maria Schlebusch (l.) und Mechthild Hasenaecker bieten im Kulturzentrum am Brunnenplatz Beratungen über Diabetes für Migranten und ihre Familien an.
Foto: WAZ FotoPool

Hervest.. Diabetes, gesunde Ernährung und Hilfen für Senioren und deren Familien – bei diesen Themen fehlt es vor allem in Migrantenfamilien oft an Information. Besonders an diese Gruppe richtet sich die Informationsveranstaltung am Dienstag, 22. Mai, von 10 bis 16 Uhr auf dem Brunnenplatz in Hervest.

„Der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund über 55 Jahre nimmt in Dorsten ständig zu“, so Ute-Maria Schlebusch vom Migrationsreferat, das gemeinsam mit dem Beratungs- und Infocenter Pflege der Stadt (BIP) die Veranstaltung organisiert. Jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat informiert Mechthild Hasenaecker im Kulturzentrum am Brunnenplatz für das BIP über die Angebote in der Stadt. Ein Jahr Aufbauarbeit liegen hinter ihr. „Es funktioniert über Mund-zu-Mund-Propaganda“, sagt sie.

Multiplikatorinnen sind etwa die Frauen, die sich gleichzeitig in der Strickgruppe „Die Wollmäuse“ treffen. Hasenaecker: „Informationsbedarf gibt es zu ambulanten Pflegediensten und Unterstützung. Auch die Finanzierung ist ein wichtiges Thema.“ Nach wie vor gebe es bei Migrantenfamilien große Zurückhaltung, fremde Hilfe bei der Betreuung von Angehörigen zu akzeptieren.

Ein breites Informationsangebot haben die Organisatoren für den 22. Mai zusammengestellt: Das „Diabetes-Mobil“ des Diabetiker-Bundes (DDB) steht auf dem Brunnenplatz und bietet einen kostenlosen Blutzuckertest an, Dr. Brunhilde Möller, Ärztin und Integrationslotsin informiert ab 14 Uhr, außerdem kommt eine Podologin, Krankenkassen, die Malteser und der Seniorenbeirat, der sich bemüht, auch Dorstener Migranten für Mitarbeit zu gewinnen.

Das Risiko, an Diabetes zu erkranken, sei für Migranten oft besonders hoch, so Ute-Maria Schlebusch. „Ihre Küche hat zwar tolle Rezepte, die aber traditionell mit viel Fett und Zucker zubereitet werden.“ Übergewicht sei deshalb oft schon bei Kindern und Jugendlichen zu beobachten. „Wir planen deshalb auch einen Kochkurs. Mit weniger Fett und Zucker schmecken diese tollen Gerichte sicherlich genauso gut“, so Ute-Maria Schlebusch.

Weil besonders Diabetes-Erkrankungen oft viel zu lange unentdeckt bleiben, schaffte der DDB-Landesverband vor nunmehr zehn Jahren sein Info-Mobil an. Studien hatten erschreckende Zahlen offenbart und den Diabetiker-Bund veranlasst, die Bemühungen um die Vorsorge zu verstärken.

 
 

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