Der Rücktritt von Silvana Koch-Mehrin verdient Respekt - von Walter Bau

Walter Bau
Lange Zeit hatte Silvana Koch-Mehrin zu den Plagiatsvorwürfen geschwiegen, nun meldete sie sich gleichsam mit einem Paukenschlag: Die ehemalige Hoffnungsträgerin der FDP zieht sich aus ihren politischen Ämtern zurück.

Lange Zeit hatte Silvana Koch-Mehrin zu den Plagiatsvorwürfen geschwiegen, nun meldete sie sich gleichsam mit einem Paukenschlag: Die ehemalige Hoffnungsträgerin der FDP zieht sich aus ihren politischen Ämtern zurück.

Nach dem Fall Guttenberg ist damit erneut eine politische Spitzenkraft an ihrer eigenen Doktorarbeit gescheitert. Für die Liberale ist es das jähe Ende eine steilen Aufstiegs.

Koch-Mehrin zieht die Konsequenzen aus der Affäre, bevor die Universität Heidelberg ein abschließendes Urteil über ihre Dissertation gefällt hat. Anders als Ex-Minister Guttenberg, der nur scheibchenweise mit der Wahrheit herausrückte und sich an sein Amt klammerte, erspart sie so der Partei, der Öffentlichkeit und auch sich selbst einen zähen Abschied auf Raten. Dafür verdient sie Respekt.

Die Frage, ob die Politikerin bei ihrer Doktorarbeit tatsächlich getäuscht und geschummelt hat, ist damit noch nicht beantwortet.

Es ist zu vermuten, dass Silvana Koch-Mehrin nicht die letzte Prominente bleiben wird, die über einen zumindest umstrittenen Doktortitel stürzt. Man muss damit rechnen, dass sich die Plagiats­jäger im Internet nun eine Dissertation nach der anderen vorknöpfen , um weitere „Abschreiber“ zu enttarnen.

Nach allem, was man hört, herrscht in der akademischen Gemeinde bereits eine gewisse Unruhe. Wer ist der nächste?