Der lange Weg zur Malerei

Foto: WR

Schwerte..  Früher war ihr Spielgerät rund. Früher trug sie auch noch kurze Hosen und das Trikot des damaligen Volleyball-Bundesligisten 1. VC Schwerte. Diese Zeiten sind vorbei. Aus dem Ball wurde eine Leinwand. Susanne Köster hat sich der Malerei verschrieben - mit Leib und Seele und starken Motiven.

Ihre künstlerische Ader entdeckte die 44-Jährige schon in Schulzeiten. Neben den Leistungskursen Sport und Mathematik baute sie ihr Abitur auf dem Friedrich-Bährens-Gymnasium auch im Fach Kunst. Noch aber spielte „Sanni“, wie sie gerufen wird, Volleyball. Dieser Sport stand damals Ende 1970 und in den 80er-Jahren in dieser Stadt auf höchstem Niveau. Zeit für Kunst hatte die Universalspielerin da noch nicht.

Zwölf Jahre jung war Susanne Köster, als sie den Weg zum 1. VC Schwerte fand. Für junge und vor allem begabte Mädchen, wie sie eines war, gehörte es seinerzeit zum guten Ton, Volleyball zu spielen. Ihre Begabung wurde schnell erkannt, und „Sanni“ Köster zählte noch keine 18 Lenze, als sie in die Bundesligamannschaft des Vereins berufen wurde. Auch für den TV Hörde spielte sie in ihrer aktiven Zeit, ebenso zwei Jahre für den großen westfälischen Konkurrenten des VCS, den USC Münster. Tägliches Training, Meisterschaftsspiele, internationale Einsätze - für die Malerei blieb in der Tat wenig Zeit.

Susanne Köster wurde am 22. Mai 1966 in Schwerte geboren und wuchs im Dortmunder Ortsteil Holzen auf. Nach ihrem Abitur absolvierte sie eine Ausbildung zur Steuerfachgehilfin, studierte danach in Dortmund und übt seit 1999 eine Lehrtätigkeit am Berufskolleg des Märkischen Kreises in Iserlohn in der Abteilung Gestaltung aus.

Gar nicht nebenbei ist sie für ihre Familie da. Zwei Kinder hat Susanne Köster zur Welt gebracht. Hannah ist elf Jahre jung und spielt Volleyball beim TV Hörde. Ihre Trainerin ist Maren Lamschik. Die ist Tochter von Schwertes „Miss Volleyball“ Heidi Lamschik, bei der „Sanni“ das Einmaleins ihres Sports gelernt hat. Sohn Jakob (8) kickt für den Hörder SC und tritt damit in die Fußstapfen von Onkel Roger und Opa Wolfgang.

Vor sieben Jahren schließlich hat sich die Leidenschaft für die Malerei durchgesetzt. Der Antrieb dafür kommt von innen und ist stark. „Ich will nicht mehr damit aufhören“, sagt sie. Die Freie Malerei gibt der Künstlerin Raum, Alltagseindrücke und Emotionen in ihre Werke einfließen zu lassen. Bevorzugte Techniken sind Acryl- und Ölmalerei und Mischtechniken. Menschen stehen bei ihr im Mittelpunkt. Viele Motive kommen aus dem Bereich Sport. „Die Ideen für meine Bilder entstehen im Kopf“, sagt sie.

2004 hat Susanne Köster ein Studium für Malerei und Grafik am Institut für Ausbildung in bildender Kunst und Kunsttherapie in Bochum begonnen, das sie 2010 erfolgreich abgeschlossen hat. Ihr scheinbar riesiges kreatives Potenzial steht damit auf einem soliden Fundament. „Vorbilder habe ich nicht“, verrät sie, aber Werke alter Meister beeindrucken sie. Begeistert ist sie von zeitgenössischen Künstlern wie Jenny Saville oder Peter Doig. Mindestens zweimal in der Woche arbeitet sie mehrere Stunden in ihrem Atelier in der ehemaligen Grundschule Wandhofen. Gemeinsam mit der Freien Malerin Annette Hugot und Susanne Mark, die dort eine Filzwerkstatt unterhält, hat sie die Ateliergemeinschaft „atelier 66“ gegründet.

Sieht sie sich selbst als Künstlerin? „Das sollen andere entscheiden“, sagt sie. Zurückhaltung war stets eine ihrer Charaktereigenschaften. Eine erste Gelegenheit zur Inspektion bietet sich in diesen Tagen. Susanne Köster war Teil der Aktion „Schwerte winkt“ und hat ihre Beiträge im Schaufenster der Parfümerie Tondera ausgestellt - mit durchaus positiven feedback. Ihre Beiträge können dort bis zum 22. Juli noch besichtigt werden, und mit diesen Werken ist sie das erste Mal an die Öffentlichkeit getreten. Das „atelier 66“ übrigens lädt für den 11. September zum Tag der offenen Tür nach Wandhofen.

 
 

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