„Der Kaiser“ enthüllte Straßenschild

Jakob Koenen Straße. Carsten Jaksch-Nink mit Büste von Jakob Koenen und einem historischen Fußball mit der Unterschrift von Alfredo di Stefano
Jakob Koenen Straße. Carsten Jaksch-Nink mit Büste von Jakob Koenen und einem historischen Fußball mit der Unterschrift von Alfredo di Stefano
Foto: WR

Methler.. In der Jakob-Koenen-Straße ist alles ein bisschen anders als in den umliegenden Straßen im Methleraner Ortsteil Kaiserau.

Das fängt schon beim Straßenbelag an. Anstatt einer Teerdecke, klackern Pflastersteine unter den vorüberfahrenden Autos. Selten nur ist das UN-Kennzeichen zu entdecken. Dafür gibt es von ABI bis WI ein ganzes Sammelsurium verschiedenster Städte-Kennzeichen – ob an Autos oder Bussen. Aus denen steigen immer neue Kurzbewohner der Jakob-Koenen-Straße, gekleidet in sportivem Dress und bepackt mit überdimensionalen Sporttaschen. Ihr Ziel: Hausnummer 1, Sitz des SportCentrums Kaiserau.

Ein paar schmucke Eigenheime säumen zwar auch einen kleinen Teil der Straße. Den Großteil aber dominiert das Sportcentrum mit Schulungsgebäude, Hotel, Sporthalle und Verwaltung des Fußball- und Leichtathletikverbandes (FLVW). Seit 1951 hat dieser seinen Hauptsitz in der Sportschule Kaiserau, die vor dem Krieg noch als Unterkunft für die Hitler-Jugend diente und nach dem Krieg ein Jugendheim des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) war.

Ende der 40er Jahre pachtete der Fußballverband Westfalen das Grundstück von der Gemeinde Westick-Kaiserau und dem DGB, siedelte 1951 von Hamm nach Kaiserau um und tat sich Mitte der 50er Jahre mit dem Leichtathletik-Verband zusammen.

Dass sich seitdem in der Methleraner Straße alles um den Sport dreht, spiegelt sich auch im Straßennamen wider. Bis Mitte der 1970er noch deutlicher als heute. Zu jener Zeit hieß die Straße nämlich noch „Am Sportheim“. So wurde die schon damals weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Sportschule Kaiserau im Methleraner Volksmund genannt.

Die Änderung des Straßennamens in „Jakob-Koenen-Straße“ beschloss der Rat der Stadt Kamen am 6. Juni 1974, dem Jahr, als Jakob Koenen, FLVW-Präsident seit 1951, starb und in dem die deutsche Fußballnationalmannschaft nicht nur den Titel holte, sondern auch Station in der Sportschule machte. So war es auch Franz Beckenbauer höchstpersönlich, der das neue Straßenschild enthüllte.

Auch wenn sein Name heute in Kamen nicht mehr so bekannt ist, wie vielleicht noch in Lippstadt, wo Jakob Koenen viele Jahre Bürgermeister war, freut sich FLVW-Direktor Carsten Jaksch-Nink über den engen Bezug zwischen Straßennamen und der Sportschule: „Es zeigt die Verwurzelung des Verbandes und des Sportcentrums hier in der Stadt Kamen“.

Heute gehört Jakob Koenen sozusagen zum Inventar der Sportschule. Seine Büste steht direkt vor dem Präsidiumssaal. „Damit hat er jeden im Blick, der hier ein und ausgeht“, sagt Jaksch-Nink.

 
 

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