Den Weg freigespült

Stellten das Projekt vor: die Bürgermeister Gerhard Fonck, Christoph Gerwers und Heinz Arntz, Betriebsleiter Abwasserverband. Foto: Johannes Kruck / WAZ-FotoPool
Stellten das Projekt vor: die Bürgermeister Gerhard Fonck, Christoph Gerwers und Heinz Arntz, Betriebsleiter Abwasserverband. Foto: Johannes Kruck / WAZ-FotoPool
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Rees. Die Abwässer von Haffen und Mehr werden ab Jahresmitte in Kalkar-Hönnepel geklärt, das betrifft 2000 Haushalte.

Das Klärwerk in Haffen, das derzeit noch die Abwässer der 3500 Einwohner von Haffen und Mehr reinigt, ist in die Jahre gekommen. „Eine Sanierung wäre sehr teuer gekommen“, weiß Heinz Arntz, Betriebsleiter des Abwasserbehandlungsverbands Kalkar-Rees. Preiswerter ist es, die 220 000 Kubikmeter Abwasser aus den beiden Reeser Ortsteilen zentral in Kalkar-Hönnepel aufbereiten zu lassen.

Um dies möglich zu machen, wird derzeit eine sechs Kilometer lange Druckleitung zwischen der Kläranlage in Haffen und der Rauhen Straße in Rees eingebaut.

Ein Drittel der Leitung
ist schon verlegt

Ein Drittel der Leitung ist schon verlegt, derzeit wird in Höhe Deckershof in Haffen gearbeitet. Dort senkte gestern Bohrgeräteführer Marco Mörs das Bohrgerät seines 20-Tonners in die Erde, spülte sich den Weg frei, um auf dem Rückweg die 25 Zentimeter lange dicke Leitung in den Untergrund einzuziehen. „Eigentlich geht hier die Arbeit gut voran, weil wir hier festen Lehmboden haben“, sagte Marco Mörs. Schwieriger werde es, wenn man irgendwo auf Kies stoße.

Vier Kilometer Strecke wird im Spülrohrverfahren verlegt. „Der Vorteil liegt darin, dass nur sehr geringe Eingriffe in die Landschaft vorgenommen werden müssen“, erklärte Arntz. Die restlichen Hartkunststoffleitungen werden in offener Bauweise in einem Kanalgraben eingebaut.

Rund 300 Meter geht es täglich voran auf dem Weg Richtung Haffen. Mitte des Jahres soll die komplette Leitung fertiggestellt sein, die etwa zwei Meter unter der Oberfläche verläuft. Die Baukosten betragen rund eine Million Euro.

Eine Investition in die Zukunft. „Weil wir gegenüber einer Sanierung des Klärwerks Haffen jährlich 40 000 Euro sparen“, so Arntz. Zu Buche schlagen dabei auch geringere Personalkosten.

Zudem ist die Kläranlage in Hönnepel besser ausgelastet. „Aber noch immer nicht an ihre Kapazitätsgrenze“, wie Kalkars Bürgermeister Gerhard Fonk wusste. Er war – wie auch der Reeser Bürgermeister Christoph Gerwers – zur Baustelle gekommen, um sich einen Überblick über den Baufortschritt zu machen. „Das Wichtigste ist ja, dass die Betriebskosten so gering wie möglich gehalten werden, so dass am Ende die Gebühren gesenkt werden können“, erinnerte Fonk.

Derzeit werden 2,8 Millionen Kubikmeter Abwässer aus dem Verbandsgebiet in Kalkar-Hönnepel gereinigt, ab Jahresmitte weitere 220 000 Kubikmeter aus den rund 2000 Haushalte in Haffen und Mehr.

Die Kläranlage in Haffen hat nicht ausgedient. Sie wird weiter genutzt als Regenwasserbehandlungsanlage.

 
 

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