Den amerikanischen Traum leben

Mario Schulzke ging als junger Mann als Austauschschüler in die USA und blieb dort. Heute ist er erfolgreicher Geschäftsmann.
Mario Schulzke ging als junger Mann als Austauschschüler in die USA und blieb dort. Heute ist er erfolgreicher Geschäftsmann.
Foto: privat

Plettenberg/Los Angeles..  Mit 16 Jahren hat Mario Schulzke Plettenberg verlassen, um seinen Traum zu leben: Fußball spielen, Surfen lernen, dem deutschen Schulsystem entkommen. Der heute 29-Jährige hat alles geschafft. Gerade hat er am Ironman-Wettbewerb in Zürich teilgenommen, er ist Senior-Direktor einer Werbeagentur, General Manager und Teilhaber einer Firma für Hundenäpfe und lebt in Los Angeles.

1981 wurde Mario Schulzke in Attendorn geboren, wuchs in Holthausen auf, wo er die Grundschule besuchte. Es folgte der Besuch des St.-Ursula-Gymnasiums in Attendorn. Das Fußballspielen beim TuS Elsetal und später beim SC Plettenberg war seine Leidenschaft. „Ich war kein guter Schüler, hatte immer nur Fußball im Kopf“, erinnert sich Mario.

In jenen Jahren war er ständig als Austauschschüler unterwegs, um nicht hier zur Schule gehen zu müssen. Zweimal Frankreich und einmal England hießen die Stationen. Sein Fazit nach diesen Ausflügen: Das deutsche Schulsystem ist das schwerste.

Mario kickte damals auf der Kleinsportanlage in Holthausen. Dort spielten am Wochenende auch oft Studenten, von denen ein paar als Austauschschüler in Amerika gewesen waren. Angeblich hatten sie dort viel Fußball gespielt und die Schule war sehr einfach. So entstand bei Mario Schulzke im Alter von 12 Jahren der Traum, als Austauschschüler nach Amerika zu gehen – um Fußball spielen zu können und um zu lernen, wie man surft.

Von da an gab’s auf Wunsch von Mario statt Geschenken nur noch Bargeld zu Geburtstagen und Weihnachten. Jeder Pfennig wurde eisern gespart. Mario versuchte auch auf andere Weise Geld zu machen: So verkaufte er eimerweise Pferdemist an eifrige Gärtner, bot selbst gemachte Brause an, die er in der Schule verscherbelte und jobbte in diversen Sommerferien bei den Firmen Boellinghaus sowie Konz und Brune.

Mit 16 Jahren war es so weit: es ging nach Amerika. Allerdings nicht zum Wunschziel Kalifornien, sondern Mario kam zu einer Mormonen-Familie auf eine richtige Ranch in Montana.

Cheerleaderin ein guter Grund für Montana

„Dort habe ich mit vier ‘Geschwistern’ und meinen Gasteltern gelebt. Heute noch halte ich sehr engen Kontakt mit meiner Gastfamilie, die ich auch jedes Jahr besuche. Ich habe ihnen viel zu verdanken“, erzählt Mario. „Ich hatte ein tolles Jahr in Montana. Es ist ein unglaublich schöner Staat mit den liebsten Menschen der Welt. Ich habe dort viel Fußball gespielt und das Fliegenfischen gelernt. Ich war dann irgendwann so etwas wie der Torschützenkönig des Staates und hatte dann auch die Möglichkeit, an verschiedenen Unis Fußball zu spielen. Aber der bessere Fußball wird natürlich in Deutschland gespielt, also ging es zurück.“ Nach seinem ersten Sommer zurück in Deutschland hatte er die Idee, irgendwie in Amerika zu bleiben.

„In letzter Minute habe ich entschieden, mich bei der University of Montana zu bewerben. Dort gab es zwar kein Fußball-Team, aber andere Gründe in Montana zu bleiben – die Menschen, die Natur, die Cheerleaderin, die ich als Freundin hatte.“

Marios Mutter war zunächst absolut dagegen, dass ihr Sohn in den USA blieb und ein Studium aufnahm. „Wir hatten auch überhaupt nicht das Geld, damit ich in Amerika studieren konnte, es reichte höchstens für das erste Jahr, für das ich dann auch wirklich meine Ersparnisse und die Ersparnisse meiner Eltern benötigte. Aber trotzdem durfte ich nach Montana gehen.“

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