Das Zentrum für Familien lebt auf

Carolin Streuber
Familienfest des Familienzentrums Nachrodt Mitte in der Lennehalle
Familienfest des Familienzentrums Nachrodt Mitte in der Lennehalle
Foto: WR

Nachrodt. Stimmengewirr, Kinderlachen und das Geräusch von fahrenden Bobbycars dringen aus der Lennehalle in Nachrodt.

Neben dem Eingang steht ein Wagen der Feuerwehr, der Würstchen und Pommes verkauft. Was ist da denn los? In der Halle steht eine große, blaue Hüpfburg und direkt daneben eine Anlage zum Kästen klettern, überall sind spielende Kinder. Das ist dem neuen Familienzentrum „Nachrodt Mitte“ zu verdanken, das seit Dezember 2010 zertifiziert ist und nun seine erste große Aktion, das Familienfest, veranstaltet, um sich den Nachrodtern vorzustellen.

Erwachsenenbildung und Integration

Der Verbund von Awo-Kindergarten und katholischem Kindergarten konnte jedoch nicht von jetzt auf gleich geschlossen werden, sondern bedurfte einer längeren Vorbereitungsphase. Bereits im Dezember 2008 bewarben sich die Kindergärten, um gemeinsam ein Familienzentrum bilden zu können. Die Zuschüsse wurden schon drei Monate später bewilligt. Dann dauerte es über ein Jahr, bis das Konzept ausgearbeitet und im Mai 2010 eingereicht wurde. Seit Ende letzten Jahres ist das Familienzentrum zertifiziert und wird sowohl von der katholischen Gemeinde als auch vom Awo Ortsverein Nachrodt unterstützt.

Das Familienzentrum bietet nicht nur das normale Kindergartenangebot an, sondern auch Betreuung von unter-drei-jährigen und Ganztagsbetreuung. Weitere wichtige Aspekte sind die Erwachsenenbildung und die Integration von Mitbürgern mit Migrationshintergrund. Natürlich können die Mitarbeiter der beiden Kindergärten all dies auch trotz vieler Fortbildungen nicht allein bewerkstelligen. Deshalb wurden Kooperationspartner aus den verschiedensten Bereichen mit ins Boot geholt, unter anderem der Kinderarzt Dr. Bock aus Altena, die VHS Lennetal und das Alten- und Pflegeheim Nachrodter Hof. „Wir sind weder Kinderärzte noch Altenpfleger, aber wir haben unsere Kooperationspartner, an die wir vermitteln können. Wir sind eine Anlaufstelle für Familien, die Fragen haben oder Hilfe benötigen“, erklärt Sandra Schwieren vom katholischen Kindergarten. „Wir kennen unsere Partner und wissen, wie sie arbeiten.“

Nach einer kurzen Begrüßung und einigen Dankesworten von der Kindergartenleiterin Sandra Schwieren, Bernd Lösken vom Kintergartenzweckverband des Bistum sEssens, Johannes Anft von der Awo Hagen/ Märkischer Kreis und Gerd Schröder, dem stellvertretende Bürgermeister, ist das Fest eröffnet.

Tanzgruppen und Spielmannszug

Viel Spielzeug, Mal- und Bastelstationen und Kickertische laden zum gemeinsamen Spielen und Spaß haben ein. Hier wird das Familienzentrum vom tatkräftig von den Mitarbeitern des Jugendzentrums unterstützt, die die verschiedenen Aktionen erklären und beaufsichtigen. Auch das Rote Kreuz ist im Einsatz, um im Notfall schnell an möglichen Unfallorten sein zu können, um erste Hilfe zu leisten.

Desweiteren wird ein durchgehendes Programm angeboten. Zuerst betritt Zauberer Liar die Bühne. Mit lustiger Frisur und bunten Streifen im Gesicht führt er seine Tricks vor und holt sogar Kinder nach vorne, um ihm zu assistieren. Im Laufe des Tages treten verschiedene Tanzgruppen und der Spielmannszug Altena-Rahmede auf.

Auch für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt. In einem kleinen Nebenraum riecht es verführerisch nach den verschiedensten Köstlichkeiten. Der Awo-Ortsverein Nachrodt bietet Waffeln und Kaffee an und Familie Keskin verkauft türkische Spezialitäten. Auch vor der Lennehalle liegt ein köstlicher Duft in der Luft: Mitglieder der Feuerwehr Nachrodt braten Würstchen und bereiten leckere Pommes zu.

„Wir möchten unsere Freude über dieses neue Familienzentrum mit den Menschen teilen.“, sagt Sandra Schwieren. „Und wir sind froh, dass wir dabei so tatkräftig unterstützt werden.“