Duisburg

„Das Ruhrgebiet ist gar nicht prollig“: Punk-Band Turbostaat spielt endlich in Duisburg

  • Turbostaat spielen am 24. Januar in Duisburg
  • Die Band musste im August 2016 ihr Konzert in Duisburg spontan wegen Krankheit absagen
  • Wir sprachen mit Marten über Punkrock, die Band und den Pott

Duisburg. Sie spielten im Vorprogramm der Beatsteaks und tourten durch Norwegen, Schweden und Finnland. Jetzt kommen Turbostaat endlich nach Duisburg.

Am 24. Januar ist es soweit: Das im letzten Jahr krankheitsbedingt abgesagte Konzert wird nachgeholt. Wir sprachen mit Gitarrist Marten über Punk, Erfolg und den Ruhrpott.

DER WESTEN: Könnt ihr euch noch an Turbostaat-Konzerte in Duisburg erinnern?

Marten: „Früher waren wir einige Male in der Fabrik. Ich glaube, den Laden gibt es heute nicht mehr. Ich kann mich aber noch gut an das Konzert mit Klaus Apfel da erinnern. War sehr ausgelassen. Oder letzten Sommer haben wir auf dem Festival in diesem stillgelegten Stahlwerk gespielt. Für uns Bauern war das natürlich ein schwer interessanter Ort.“

Stimmt es, dass Ihr mit der Mentalität im Ruhrgebiet nicht so gut klar kommt und Ihr deshalb nicht so gerne im Ruhrgebiet spielt?

„Nee, das ist doch Quatsch. Ich kenne echt viele Leute hier und die sind gar nicht prollig. Wir sind gerne und oft hier: Bochum Bahnhof Langendreer, Duisburg Djäzz und bald auch mal in Moers.“

Erfüllt es euch manchmal mit Wehmut wenn ihr an die Konzerte von früher im Vergleich zu den heutigen relativ großen Shows seht?

„Ach, eigentlich nicht, da wir in solchen kleinen Läden immer noch spielen, in denen Gegenkultur gemacht wird. Dieser Spagat ist auch für uns sehr wichtig. “

Das Djäzz in Duisburg ist ja eher bekannt für seine kleineren Indie- und Punkkonzerte. Wie kam es zu diesem Konzert und was gab den Ausschlag mal wieder eine Show in einem so kleinem Rahmen zu spielen?

„Ich weiß nicht genau, wie es mit dem Djäzz zustande kam. Die Eingebung hatte aber Peter, unser Schlagzeuger.“

Gibt es etwas was ihr in eurer Bandkarierre bereut?

„Nee!“

Euer aktuelles Album „Abalonia" kann man ja schon als Konzeptalbum verstehen. Eine Erzählung über eine Flucht mit vielen Ereignissen und Begegnungen, wie gewohnt mit sehr vielen Interpretationsmöglichkeiten. Wie war die Resonanz auf das Album?

„Die Resonanz war gut. Wir haben das Wort 'Konzeptalbum' versucht zu vermeiden, da es nicht ganz den Nagel auf den Kopf trifft. Die Texte erzählen eine durchgängige Geschichte und das war natürlich Absicht und im vornherein geplant, aber wenn man eine Platte macht muss man ja eh Texte schreiben. Ich finde das Wort 'Geschichte' besser als Konzept.“

Euch gibt es jetzt 18 Jahre und immer noch in der Gründungsbesetzung. In euren Anfangstagen habt ihr immer gesagt, dass es Turbostaat nur in dieser einen Konstellation geben kann. Gilt das immer noch für euch?

Marten: „Ja. Turbostaat sind diese fünf Leute, die zusammen Musik machen. Wenn wir nun Klassik machen wollen und auf Kammerorchester umsatteln, heißt das immer noch Turbostaat. Wenn wir die gleich Musik ohne einen dieser fünf machen, heißt das nicht mehr Turbostaat. Ganz einfach.“

Wie habt Ihr zusammen gefunden?

Husum ist eine kleine Stadt und damals gab es natürlich auch eine kleine linke Szene, die aber sehr aktiv war. Da lernt man sich schnell kennen. Jan kenne ich seitdem ich zwölf oder 13 bin und mit Rolf und Peter hatte ich auch vorher zusammengewohnt. Alle haben in Bands gespielt und nach und nach sind viele Leute aus Husum weggezogen und wir blieben irgendwie übrig. Da lag es doch nahe eine neue Band zu gründen.

Wie entstehen die Texte?

„Das ist immer unterschiedlich. Meistens beschäftigt mich sowieso irgendetwas und beim Flanieren flattern mir immer dieselben Bilder und Wörter durch den Kopf. Die schreibe ich dann auf.“

Wann erleben wir eine Show von euch in der ihr eure ersten beiden Platten durchspielt?

„Wir haben vor zwei Jahren ein paar Konzerte gespielt, da haben wir alle unsere Platten chronologisch durchgespielt. Das hat Spaß gemacht. Ob wir so etwas ähnliches nochmal machen, weiß ich nicht.“

Turbostaat spielen am 24. Januar in Duisburg im Djäzz. Das Konzert ist ausverkauft, die Szene freudig gespannt. Wer Turbostaat aber noch erleben möchte, kann noch Karten für das Konzert im Bollwerk 107 in Moers für den 22. Januar bekommen.

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