Das Großprojekt A 52 steht vor dem Aus

Soll nicht durch die A52 mit der A 42 verbunden werden: Die A40 im Essener Stadtgebiet. Die NRW-Landesregierung will das Projekt stoppen. Es ist zu teuer. (Foto: Ulrich von Born/WAZ FotoPool)
Soll nicht durch die A52 mit der A 42 verbunden werden: Die A40 im Essener Stadtgebiet. Die NRW-Landesregierung will das Projekt stoppen. Es ist zu teuer. (Foto: Ulrich von Born/WAZ FotoPool)
Foto: Ulrich von Born / NRZ
Einem der großen Autobahnprojekte des Ruhrgebiets droht das Aus: Die Nord-Süd-Verbindung durch die Region, geschaffen durch Lückenschlüsse zwischen der Autobahn 52 bei Gladbeck und der A 44 im Süden Essens, scheint endgültig zu scheitern.

Essen/Gladbeck.. Auf dem Essener Stadtgebiet soll die A52 nicht weitergebaut werden. Die Rot-Grüne Landesregierung will die vor über 30 Jahren geplante Nord-Süd-Verbindung durch die Region, geschaffen durch Lückenschlüsse zwischen der Autobahn 52 bei Gladbeck und der A44 im Sü­den Essens,stoppen.

„Wir wollen das Essener Teil­stück deshalb nicht mehr weiter planen, weil der Bund dieses Projekt nicht finanzieren wird“, erklärt Horst Becker (Grüne), parlamentarischer Staatssekretär im NRW-Verkehrsministerium. Im bis 2015 geltenden Bundesverkehrswegeplan ist die Maßnahme als vorrangig bezeichnet worden und mit einer Anschubfinanzierung durch den Bund von 75 Millionen Euro berücksichtigt. Nach jetzigem Stand würden sich die Kosten allerdings auf mehr 650 Millionen Euro belaufen.

A52-Ausbau bei Gladbeck und Bottrop ist noch im Gespräch

„Abseits des inhaltlichen Streits wäre es Wahnsinn, Planungsleistungen, die das Land richtig Geld kosten, voran zu­treiben, wenn es auf absehbare Zeit keine ernsthaften Chance für diese Autobahn gibt“, sagt Becker. Der Planungsstopp für Essen habe jedoch keine di­rekten Konsequenzen für den Ausbau der A 52 bei Gladbeck und Bottrop. Dort liefen noch die Gespräche zwischen den Städten, dem Bund und dem Land.

In der letzten Zeit hatte sich der Widerstand der Bürger gegen die „Transitautobahn durch dicht besiedeltes Ge­biet“ verstärkt, weil die Pläne zur Untertunnelung ganzer Stadtteile konkreter geworden waren. Vor diesem Hintergrund zeichnet sich auch in der Essener SPD ein Meinungswandel gegen den Ausbau ab. „Uns fehlen verbindliche finanzielle Zusagen des Bundes“, sagt SPD-Vorsitzende Dieter Hilser (SPD).

Das demnächst beginnende Planfeststellungsverfahren für den nördlichen Essener Ab­schnitt lehne seine Partei ab, weil es zu kurze Tunnellösungen vorsehe und zwei geplante Autobahnabfahrten sich nicht stadtverträglich bauen ließen. Für das stauträchtige Dreieck A 52/A 40 bei Essen-Bergerhausen böte sich ein schneller Ausbau an.

 
 

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