Das duale Müllsystem steht vor dem Kollaps

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Berlin/Mainz..  Das Geschäft mit dem Müll ist ein riskantes Geschäft. Das müssen auch die Betreiber des dualen Systems feststellen. Weil Partner mehr Müll abgaben als sie bezahlten, steht das duale System vor dem Kollaps.

Den dualen Systemen droht der finanzielle Kollaps. Grund dafür ist, dass immer weniger Verwertungsmengen offiziell gemeldet werden. Laut einer am Montag veröffentlichten Studie mehrerer Verbände werden die gemeldeten Menn gen in diesem Jahr „erheblich“ zurückgehen und 2011 um weitere bis zu 20 Prozent sinken. Sollte diese Prognose eintreffen, wäre bereits in der ersten Jahreshälfte 2011 „die weitere Finanzierung der flächendeckenden haushaltsnahen Sammlung von Verkaufsverpackungen stark gefährdet“, sagte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt, Werner Delfmann.

Müll wird vorsätzlich nicht gemeldet - um Kosten zu sparen

Grund für den „Entzug relevanter Verpackungsmengen aus dem Lizenzierungssystem“ ist nach Angaben der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM), „dass Systemteilnehmer Mengen vorsätzlich nicht melden, um Kosten zu sparen“. Nach Angaben von GVM-Geschäftsführer Kurt Schüler fielen 2010 insgesamt 6,7 Millionen Tonnen Verpackungen - ohne Glas und Papier - an. Davon seien rund 4 Millionen Tonnen von den Recycling- und Entsorgungsunternehmen der duale Systeme lizensiert worden. Tatsächlich seien aber etwa 5,6 Millionen Tonnen eingesammelt worden.

Die Studie war den Angaben zufolge von der Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt (AGVU), dem Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE), der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), dem Handelsverband Deutschland (HDE) sowie dem Markenverband in Auftrag gegeben worden. (dapd)

 
 

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