Das Baumdenkmal ist Geschichte

Stück für Stück wurde die Skulptur von Klaus Bury abgetragen.
Stück für Stück wurde die Skulptur von Klaus Bury abgetragen.
Foto: Manuela Schwerte/press

Schwerte.. „Am Baumdenkmal“ nannte der Künstler Klaus Bury einst sein Werk am Eingang des Schwerter Stadtparks. Jetzt ist das Denkmal Geschichte. In einer ganztägigen Aktion hat die Schwerter Firma Westerheide das Kunstwerk abgetragen; die Standfestigkeit des Baumtores war bedroht.

Einfach umwerfen und abtransportieren – so ging’s nicht im Stadtpark. Die Aktion war zunächst aufwändiger als gedacht, zumal der Versuch unternommen wurde, die Eibe auf dem Kopf des Kunstwerks zu retten. „Wir wollen sie in den Wasserlauf integrieren“, erklärte Kai Strunk, ausführender Meister der Firma Westerheide, die mit Blick auf seine Eröffnung am Samstag auch noch letzte Hände am Wasserlauf anlegte. Nur wenig später musste dieser Versuch aufgegeben werden. Der Busch, der in einem Stahlcontainer untergebracht war, hatte ein beachtliches Wurzelwerk entwickelt, mehr als ein Kubikmeter Boden hätte ausgehoben werden müssen – zu viel des Guten. Also tritt die Eibe gemeinsam mit dem Baumtor den Weg in die Vergänglichkeit an. Die einzige Erinnerung, die bleibt, sind die Fundamente, auf denen das Baumtor errichtet wurde. Sie sollen allerdings kaschiert werden.

Mit Motorsäge, Beil, Brechstange und weiteren nützlichen Utensilien ausgestattet, machten sich zwei Mitarbeiter der Firma an die Arbeit. „Scheibchenweise“, so Kai Strunk, werde das Kunstwerk, das 1995 eingeweiht wurde und seitdem das Stadtbild maßgeblich mitprägte, abgetragen. Gewindestangen, die für den Zusammenhalt des massiven Holz-Kunstwerkes sorgten, erschwerten das Abtragen. Und wohin mit dem alten Holz? „Das wird komplett entsorgt“, sagte Kai Strunk. Weil es bearbeitet ist, lässt es sich nicht einmal mehr als Brennholz nutzen.

Das Holzkunstwerk im Stadtwerk und die Stahlskulptur von Ingrid Langanke („das ding“) an der Bethunestraße waren vor 15 Jahren die ersten Investitionen der Kulturstiftung der Sparkasse. Während Langankes Kunstwerk alle paar Jahre eine neue Lackierung erhält und damit der Ewigkeit erhalten bleibt, war die Vergänglichkeit des Baumtores ein Teil der künstlerischen Konzeption von Klaus Bury. Für Ersatz wird nicht gesorgt werden. „Mittelfristig sind dafür keine Mittel vorgesehen“, erklärte Detlef Lorber aus dem Vorstandsekretariat der Sparkasse. Da war die Holzskulptur im Stadtpark schon zur Hälfte abgetragen und bis auf ein paar Restarbeiten am Abend ganz verschwunden.

 
 

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