Daniel und Marius ziehen dörfliche Idylle vor

Foto: WR

Unna.. „Als mir das Auslandspraktikum in Österreich das erste Mal angeboten wurde, hab ich gar nicht richtig zugehört“ sagt Marius Neuhaus (22). Für ihn war arbeiten im Ausland nie ein Thema. Auch für Daniel Kamil Klocek (20) stand so etwas vorher nicht zur Debatte.

Dass die beiden jungen Männer sich schließlich doch für die Teilnahme am IdA-Projekt („Integration durch Austausch“) entschieden und vier Wochen im österreichischen Dornbirn in der dortigen Jugendwerkstatt arbeiteten, bereut keiner der beiden.

Das Projekt hat sie motiviert und ihnen eine ungewöhnliche Perspektive eröffnet, denn Marius und Daniel gefiel das Auslandspraktikum so gut, dass sie in die dörfliche Idylle auswandern möchten.

Natürlich habe es ein paar Startschwierigkeiten gegeben, denn vor allem der Dialekt, eine Mischung aus Österreichischem und Schweizerdeutsch, machte den beiden in den ersten Tagen zu schaffen.

Es gefiel den beiden so gut, dass sie sich in Eigeninitiative um Jobs in Dornbirn bemühten. Während Daniel seinem Ziel, eine Ausbildung als Koch zu beginnen, durch ein viertägiges Probearbeiten näher gekommen ist, konnte Marius ein vierwöchiges Praktikum im Landschaftsbau ergattern.

Langfristig will der 22-Jährige allerdings Groß- und Außenhandelskaufmann werden. „Hauptsache erst einmal arbeiten, um da zu bleiben“, sagt er.

Die Arbeitslage sei in Deutschland zu angespannt, findet Daniel. Das sehen die Experten anders: „Der Arbeitsmarkt ist recht gut“, widerspricht Jürgen Kloose vom Jobcenter Unna. Doch Unrecht hat Daniel mit seiner Behauptung nicht. Während man in Dornbirn bei einer Arbeitslosenquote von 1,5 Prozent von „Vollbeschäftigung“ sprechen kann, kämpft man im Kreis Unna mit einer Quote von 9,3 Prozent.

Sollten die Bemühungen der beiden Auswanderer keine Früchte tragen, bedeutet das jedoch nicht gleich eine Katastrophe. „Niemand wird durchs Netz fallen“, verspricht Projektleiter Michael Koch.

 

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