Clubchef soll Hemeraner die Kehle durchgeschnitten haben

Hemer.. Ein 27-jähriger Hemeraner ist in der Nacht zu Freitag in einem illegalen Trinkclub ermordet worden. Verdächtig ist der 43-jährige Clubchef, der dem Opfer die Kehle durchgeschnitten haben soll. Er wurde bereits 1991 wegen sieben Straftaten zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt .

Ein brutaler Mord hat in der Nacht zu Freitag zu einem Großeinsatz der Polizei geführt. In einem illegalen Club an der Schützenstraße hat der 43-jährige Clubchef einem 27-jährigen Hemeraner die Kehle durchschnitten. Zusammen mit vier weiteren „Kameraden“ sollte der Leichnam anschließend am Duloh in Westig versteckt werden. Die fünf Tatbeteiligten konnten festgenommen werden.

„Wir glauben ein annäherndes Bild gewonnen zu haben“, bilanzierte Oberstaatsanwalt Wolfgang Rahmer am Freitagnachmittag bei einer Pressekonferenz. Nach diesen Erkenntnissen muss sich in der Nacht etwa folgendes abgespielt haben: Gegen Mitternacht lässt sich Sven M. mit einem Taxi in den privaten „Saufclub“ im Hinterhof an der Schützenstraße fahren. Er kennt den Club von einem Besuch vor einigen Monaten, hat ihn eigentlich in schlechter Erinnerung. Weil er damals eine Flasche Schnaps mit vor die Tür genommen hatte, war er aus dem Club geworfen worden. Clubchef Alexander U. stellte dem 27-Jährigen daraufhin erfolgreich nach. Bei einem Treffen einige Wochen später schlug er ihn brutal zusammen.

Dennoch kommt Sven M. in dieser Nacht zurück, fragt die fünf anwesenden Männer, wer ihn denn so zusammengeschlagen habe. Aus dem Hinterzimmer kommt Alexander U. hinzu, schlägt ihm unvermittelt die Faust ins Gesicht, zieht sein Messer aus der Weste und sticht das überaus scharfe Messer in den Hals bis zur Wirbelsäule. „Jemandem so die die Kehle durchzuschneiden, habe ich noch nicht oft gesehen“, berichtet Oberstaatsanwalt Rahmer. Die fünf „Clubmitglieder“ ziehen den 27-Jährigen aus der Bar auf eine Treppe. Dort muss er verblutet sein, denn die Polizei stellt später am Tatort erhebliche Blutmengen fest. Die Blutspur zieht sich bis in den Hof.

Leiche sollte beseitigt werden

Die fünf Männer beschließen, die Leiche zu beseitigen. Einer holt den Wagen des Vaters. Drei Männer sind notwendig, um den schweren Mann in den Kofferraum des Opels zu heben. Die Fahrt geht zur Jägerstraße nach Westig. Am Waldrand zum Duloh, aber in Sichtweite von Einfamilienhäusern, wird der Leichnam in ein Gebüsch gezerrt. Auch hier finden sich erhebliche Blutspuren. Pech für die Täter: Der Wagen fährt sich auf dem Acker fest. Die Männer bestellen sich ein Taxi in die Nähe des Tatortes, um ein weiteres Fahrzeug zu holen. Sie wollen den Opel herausziehen. Dazu kommt es nicht mehr. Ein 19-jähriger Tatbeteiligter macht den Taxifahrer auf die Tat aufmerksam. Der alarmiert die Polizei. Noch auf der Fahrt von der Schützenstraße nach Westig stoppen die Beamten die Täter und nehmen alle fünf Männer zwischen 19 und 57 Jahren vorläufig fest.

Gegen 1.50 Uhr ist der Notarzt am Fundort der Leiche, kann nur noch den Tod feststellen. Für die Polizei ist Alexander U. dringend tatverdächtig. Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl wegen Totschlags aus Arglist oder Heimtücke beantragt. Dabei ist der 43-jährige Iserlohner seit 1986 durch fortlaufende Gewalttaten polizeibekannt. 1991 wurde er wegen sieben Straftaten wie Körperverletzungen und Nötigungen zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Er hatte einen 54-Jährigen grundlos zusammengeschlagen und ihn hilflos liegen lassen. Auch im Bistro Tropic in Hemer hatte er zugeschlagen. Ein Opfer verletzte er mit 16 Schnitt- und Stichverletzungen. Auffällig ist Alexander U. durch seine Jeansweste mit alter ECD „Stranglers“ Aufschrift mit Galgen und Adler.

„Der schlägt sofort zu“, so der Oberstaatsanwalt. „Das Wort von Alexander U. war Gesetz“, sagt Wolfgang Rahmer. So war er der Herrscher im „Saufclub“. Im Keller des Hinterhofes an der Schützenstraße hinter dem Budo-Club, der damit rein gar nichts zu tun hat, war diese illegale Kneipe bislang nicht sonderlich aufgefallen. Anwohner berichten von Männern in Lederjacken mit Abzeichen, die dort seit etwa einem Dreivierteljahr von Freitag bis Sonntag einkehrten. „Es ist ein Club von älteren Leuten, die sich an Wochenenden total betrinken, Schläger, Hooligans, oder jene, die dazu gehören möchten“, zitierte die Staatsanwaltschaft einen Zeugen. Das Opfer konnte erst am Nachmittag identifiziert werden. Der Hemeraner Sven M. war bislang polizeilich nicht aufgefallen.

 
 

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