Chemische Keule

Vom Boden und aus der Luft werden die Eichenprozessionsspinnerraupen jetzt wieder mit Chemie eingenebelt.    WAZ-Foto:Ralph Heeger
Vom Boden und aus der Luft werden die Eichenprozessionsspinnerraupen jetzt wieder mit Chemie eingenebelt. WAZ-Foto:Ralph Heeger
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Dorsten. Der Mai ist gekommen - und mit ihm auch wieder allerlei Getier. Nützliches wie schädliches. Zu letzterem zählen die fiesen Raupen mit dem fast unaussprechlichen Namen: Eichenprozessionsspinnerraupen. Seit längerem sorgen sie auch auf Dorstener Terrain für allerlei Unbill.

Die Stadtverwaltung ist deshalb seit vier Jahren dazu übergegangen, an den Stellen, wo dichter Eichenbestand herrscht, Chemie gegen die haarigen Krabbler einzusetzen. Und zwar vom Boden aus - vor allem in dicht besiedelten Gebieten - wie auch aus der Luft. Seit gestern sind beispielsweise in Lembeck, Rhade oder am Ellerbruch Trecker unterwegs, von denen aus die niedrigeren Gehölze besprüht werden. Ab heute soll zudem ein Hubschrauber eingesetzt werden, die die weniger bodennahen Bäume bearbeitet.

Dass die chemische Keule nach mehrjährigem Einsatz den Eichenprozessionsspinnerraupen langsam aber sicher endgültig mal den Garaus machen könnte, davon geht Stadtsprecherin Lisa Bauckhorn momentan nicht aus: „Die Raupen wandern jedes Jahr so rund 300 Meter. Es kommen also immer wieder neue Tiere nach. Und man bekommt bei den Sprühaktionen ja sicherlich auch nicht alle Raupen erfasst. Es bleiben immer welche übrig.“

Die Befliegung soll heute bei trockenem Wetter zwischen 10 und 17 Uhr durchgeführt werden und folgende Straßen bzw. deren Umfeld erfassen:

Friedhof an der Plaggenbahn, Plaggenbahn, Marderweg, Haselhuhnweg, der Bereich Am Jahnplatz, Auf dem Beerenkamp, Gemener Straße mit angrenzendem Wohngebiet, Schützenstraße, Lehmbergstraße/ Hardtstraße,

Bahnhofstraße, Napoleonsweg, Maiberger Allee, Waldfriedhof Barkenberg,

Hessenweg, Sandkuhle, Jägerstraße, Gewerbegebiet Dimker Heide,

Wittenbrink, Burenkamp, Köhler Straße, Munitionsdepot Wulfen,

Kirchweg, Waldfriedhof in Holsterhausen, Wäldchen am Lipping, Riedweg,

Radweg Nähe Kreskenhof, Bruchdamm, Borkener Straße, Hagenbecker Straße und Wäldchen Vennstraße

Lisa Bauckhorn: „Die Straßen, die momentan nicht aufgeführt sind, in denen lassen wir die Raupen natürlich nicht sich munter vermehren. Wir sind aber da auch auf die Meldungen der Bürger angewiesen, damit wir diese Stellen ebenfalls ins Kataster aufnehmen können. Wichtig ist: Es geht um den aktuellen Befall, nicht um den bekannten aus dem letzten Jahr.“ Welche einzelnen Straßen momentan noch aufgenommen sind, ist nachlesbar im Internet auf der Seite www.dorsten.de.

Neben der Luftbekämpfung werden heute weitere städtische Bäume auch vom Boden her besprüht. Beide Maßnahmen dienen der Vermeidung einer Gesundheitsbeeinträchtigung im Stadtgebiet.

Obgleich das Spritzmittel als unbedenklich für Menschen gilt ist es angebracht, während der Besprühung die Fenster geschlossen zu halten.