Chefarzt sieht in Altena keine Perspektive mehr

Dr. Hans-Hellmut Baumeister sieht keine Perspektive mehr am Vinzenz-Krankenhaus. Fotos: Hornemann
Dr. Hans-Hellmut Baumeister sieht keine Perspektive mehr am Vinzenz-Krankenhaus. Fotos: Hornemann
Foto: Ina Hornemann

Altena.. Der Ärztliche Direktor des St.-Vinzenz-Krankenhauses in Altena geht. Dr. Hans-Hellmut Baumeister zieht persönliche Konsequenzen aus Querelen. Der Chefarzt wechselt zum 1. Juli 2011 als Oberarzt zur Katholischen Hospitalgemeinschaft an das St.-Marien-Hospital in Balve.

Der 62-jährige Chefarzt dokumentiert seine Unzufriedenheit auch mit der neuen Geschäftsführung. „Keine Gespräche, kein Zusammentreffen, kein Ideenaustausch, Vorschläge und Mitarbeit offensichtlich unerwünscht“, lautet sein Fazit. Für den Bestand der Chirurgischen Abteilung mit dem bisher angebotenen Leistungsumfang „sehe ich keine Perspektive mehr“, stellt Hans-Hellmut Baumeister in seiner Erklärung fest.

„Bei aller zwingend gebotenen Diskretion während sensibler Verhandlungen ist es unverständlich“, verdeutlicht Baumeister, „dass nicht einmal die Leistungserbringer, die die Veränderungen umsetzen müssen, über mögliche Zielsetzungen mit den beiden noch verbliebenen Interessenten informiert oder in die Entwicklung auch nur ansatzweise mit einbezogen werden.“ Niemand komme an Veränderungen vorbei. Aber die Umsetzung könne nur miteinander bewältigt werden.

Künftiger Arbeitsschwerpunkt wird Balve sein

Die Entscheidung sei schwer gefallen. Weiter entfernte Chefarztstellen habe er mit Rücksicht auf Familie und Freunde ausgeschlagen und stattdessen eine ortsnahe Variante gewählt. Drei Direktoren hätten ihm Angebote gemacht, berichtet Dr. Baumeister. Sein künftiger Arbeitsschwerpunkt für die Katholische Hospitalgemeinschaft Iserlohn wird in Balve sein, „so dass ich auch künftig für alle Altenaer zur Verfügung stehe.“

Seit sieben Jahren steht seine Abteilung zur Disposition. Auch in der Ära Kaufmann/Bieding gab es Pläne, die Chirurgie als eigenständige Abteilung aufzugeben. Michael Kaufmann hatte an einer Fusion mit dem Plettenberger Krankenhaus gestrickt, die aber dennoch eine chirurgische Versorgung in der Burgstadt sichergestellt hätte. Geschäftsführer Franz Jörg Rentemeister gab sich am Montag völlig überrascht. Die Kündigung landete in seinem Büro, als die Pressemitteilung bereits raus war.

Keine Informationen über Nachfolge-Regelung

Am 17. Dezember hatte erstmals überhaupt eine Betriebsleitungs-Sitzung mit Rentemeister stattgefunden. Es gebe inzwischen einen neuen, dritten Interessenten, informierte Rentemeister. Er dürfe aus nicht-öffentlichen Gesprächen nicht berichten, ließ sich Rentemeister keine weiteren Informationen entlocken. In früheren Gesprächen mit beiden Chefärzten sei es sehr wohl um Verbesserungsmöglichkeiten im Angebot des Krankenhauses gegangen.

Rentemeister sagt, er sei sogar zu Investitionen bereit. Während er mit Chefarzt Jens Linderhaus schnell überein gekommen sei, sei das mit Dr. Baumeister nicht möglich gewesen. Er habe jedenfalls seine Versprechen gegenüber Mitarbeitern und Bevölkerung eingehalten, sagt Rentemeister. „Wir sind fest am arbeiten. Ich bleibe bei meiner grundsätzlich positiven Beurteilung.“ Natürlich sei es nicht einfach, Ersatz für Dr. Baumeister zu finden, aber nicht unmöglich. Er will versuchen, das Problem auch mit den potenziellen Käufern zu erörtern.

Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein bedauerte den Schritt Baumeisters in einer ersten Stellungnahme. Altena verliere eine fachliche Kompetenz, die er als „herausragend“ bezeichnet.

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