„Carmen“ hält Feuerwehr im Dauerstress

Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Düsseldorf. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor weiterhin ergiebigem Dauerregen in weiten Teilen von NRW. Bis Sonntagfrüh könnten örtlich rund 50 Liter Regen pro Quadratmeter fallen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt in einer Unwetterwarnung vor weiterhin ergiebigem Dauerregen in weiten Teilen von Nordrhein-Westfalen. Bis Sonntagfrüh könnten örtlich rund 50 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Dabei droht an Bächen und kleineren Flüssen die Gefahr von Hochwassern, Straßen könnten überflutet werden, zudem bestehe die Gefahr von Erdrutschen.

In der Nacht zum Sonntag können die Niederschlagsmengen wieder kräftiger werden. Gestiegen ist unterdessen der Wasserstand der Ruhr, die mittlere Hochwassermarke von 5,21 Meter ist bereits um mehr als 30 Zentimeter überschritten.

In mehreren Städten in NRW haben starke Regenfälle für viele Polizei- und Feuerwehreinsätzen geführt. An einigen Stellen fielen 40 Liter Regen pro Quadratmeter. Behördensprecher verglichen die Lage mit der Situation nach dem Sturmtief Kyrill vor fünf Jahren. Von den Regenmassen war nach Polizeiangaben besonders das Ruhrgebiet betroffen. Zahlreiche Keller wurden überflutet, Polizei, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk waren stundenlang im Dauereinsatz. Behördensprecher verglichen die Lage mit der Situation nach dem Sturmtief Kyrill vor fünf Jahren.

Eiche fällt auf Wohnhausdach

Bei Iserlohn drohte ein Wochenendhaus einzustürzen, weil der darunter befindliche Hang weggespült wurde. Auch in Bochum, Essen, Menden und dem Kreis Gütersloh wurden Polizei und Feuerwehr zu zahlreichen witterungsbedingten Einsätzen gerufen. Fast immer waren durch Laub verstopfte Gullys die Ursache der überfluteten Straßenteile.

In Ahaus (Kreis Borken) ist eine 25 Meter große Eiche auf das Dach eines Wohnhauses gestürzt. Dabei entstand am Freitagabend ein Schaden von rund 100.000 Euro, wie ein Polizeisprecher am Samstag mitteilte. Verletzt wurde niemand. Offenbar hatte eine starke Windböe den Baum umgeknickt.

Rückhaltebecken in Bochum gebrochen

Gegen acht Uhr morgens brach in Bochum-Wattenscheid ein Rückhaltebecken. 15.000 Kubikmeter Wasser liefen nach Schätzungen der Feuerwehr aus, als der Damm des Beckens auf einer Breite von fünf Metern wegbrach. Zwei Wohnhäuser wurden dadurch überflutet. Eine Frau konnte sich in eine höhergelegene Wohnung retten. 40 Einsatzkräfte von Feuerwehr und 60 vom Technischen Hilfswerk waren im Einsatz, um mit insgesamt zehn Pumpen die Wassermassen aus den Häusern und den Gärten zu beseitigen. Wie die Feuerwehr Bochum mitteilt, würde die Bruchstelle mit Kies gesichert und das noch verbliebene und Wasser aus dem Rückhaltebecken in die Kanalisation gepumpt. Durch diese Maßnahmen bestehe auch in den nächsten Tagen keine Gefahr, dass es noch einmal zu einem unkontrollierten Überlaufen kommt.

Im weiteren Verlauf des Vormittags war ein weiteres Rückhaltebecken in Bochum gebrochen. Insgesamt verzeichnete die Feuerwehr Bochum seit dem Morgen über 200 regenbedingte Einsätze.

50 Zentimeter tiefe Pfützen

Die Autobahn 40 zwischen Duisburg und Dortmund war an mehreren Stellen überflutet. Besonders in Unterführungen kamen Autofahrer nicht weiter. Zunächst meldeten sich immer wieder Autofahrer, die in bis zu 50 Zentimeter tiefen Pfützen stecken geblieben waren und die ihre Fahrzeuge nicht verlassen konnten. Alle Personen konnten rasch befreit werden, verletzt wurde niemand. Im folgenden Verlauf wurden immer mehr überflutete Keller gemeldet.

Die Feuerwehr Bochum war seit sechs Uhr mit sämtlichen Löscheinheiten der Freiwilligen Feuerwehr und der Berufsfeuerwehr im Einsatz. Auch das Technische Hilfswerk unterstützte die Aufräumarbeiten. Insgesamt waren über 200 Feuerwehrmänner und 80 Helfer des Technischen Hilfswerkes eingesetzt.

Nur Sachschäden in Essen

In Essen waren den ganzen Samstag über rund 150 Einsatzkräfte von Freiwilliger und Berufsfeuerwehr fast pausenlos im „Wassereinsatz“. In der Mittagszeit bekamen die Brandschützer noch Unterstützung durch das THW, das 45 Helfer mobilisierte. Bis zum späten Nachmittag gab es 150 witterungsbedingte Einsätze. In den meisten Fällen mussten die Helfer überflutete Straßen trockenlegen.In den vergangenen 12 Stunden ist in der Stadt so viel Wasser vom Himmel gefallen, wie sonst im gesamten November. Am Morgen waren viele Straßen komplett gesperrt, auch die A40 war in Teilen dicht, Fahrzeuge blieben in den Wassermassen liegen. Die Fahrer mussten von der Feuerwehr aus den Autos gerettet, die Fahrzeuge aus den Seen geschleppt werden. Besonders im Essener Süden entfernten die Brandschützer umgestürzte Bäume von Straßen oder befreiten verstopfte Gullys von Laub. Related content

In Menden sitzen Menschen in ihren Häusern fest

Auch in Menden leiden Menschen unter den Folgen von Carmen. Mehrere Haushalte sind durch das Hochwasser in ihren Häusern eingeschlossen. Sie haben weder Strom noch Heizung. Die Feuerwehr ist im gesamten Stadtgebiet im Einsatz, das Technische Hilfswerk aus Iserlohn war angerückt, um die Wassermassen abzupumpen. (mit Material von dapd)

 
 

EURE FAVORITEN