Bürger sagen Baugebieten den Kampf an

Philipp Brinker engagierte sich bereits 2005 gegen ein Neubaugebiet am Baukloh.
Philipp Brinker engagierte sich bereits 2005 gegen ein Neubaugebiet am Baukloh.
Foto: WR

Lüdenscheid. Derzeit wehrt sich die IG Grüner Baukloh gegen ein neues Wohnbaugebiet entlang der Neuenhofer Straße. Noch.

Denn IG-Sprecher Philipp Brinker kann sich gut vorstellen, die Aktivitäten auf alle Gebiete auszudehnen, die im Entwurf zum neuen Flächennutzungsplan (FNP) für zusätzliche Wohnbebauung vorgeschlagen werden.

Wie für das Beispiel Baukloh gelte: Angesichts stetig sinkender Einwohnerzahlen seien Neu­baugebiete an sich über­flüssig, so Brinker. Er wohnt übrigens „An den Husareneichen“, einer Seitenstraße der Neuenhofer Straße. An­derswo im Stadtgebiet stünden dagegen Wohnungen leer. Das passe nicht zusammen. Außerdem müsse Natur und damit Lebensqualität in der Bergstadt erhalten werden.

Neuenhofer Straße
nur ein Fall von vielen

Die IG Grüner Baukloh gibt es schon länger: Vor ein paar Jahren hatte sie gegen eine noch viel weitreichendere Bebauung der Naturflächen westlich der Neuenhofer Straße gekämpft. „Erfolgreich“, wie Philipp Brinker findet. Und an diesen Erfolg will man nun anknüpfen. Schon bald wollen sich die IG-Initiatoren an einen Tisch setzen, um eine Strategie zu entwickeln, wie Neubaugebiete stadtweit zu verhindern sind. Die aktuelle FNP-Diskussion kommt der IG da nur recht.

Was den Fall Neuenhofer Straße angehe, so Brinker, habe die IG kein Vertrauen in die Stadt. Vielmehr sei zu befürchten, dass es für Neubauten eben nicht bei einem Streifen entlang der Straße bleibe. Derzeit, so Stadtplaner Martin Bärwolf, seien die Flächen westlich der Straße noch für die Landwirtschaft ausgewiesen, böten für Wohnbebauung aber optimale Voraussetzungen – vorhandene Er­schließung dank Bebauung auf der Ostseite inklusive.

Die Stadtplaner von Wolters Partner aus Coesfeld, mit dem FNP-Entwurf beauftragt, se­hen zwar auch eine gewisse Schutzwürdigkeit des Areals am Rande eines ausgewiesenen Landschaftsschutzgebietes, halten aber „eine maßvolle Bebauung“ für „vertretbar“. Maßvoll, heißt: in besagtem Streifen entlang der Straße.

Unterdessen hat sich im Namen der IG Dr. Thomas Bacher, – Oberarzt an der Sportklinik Hellersen, wohnhaft Neuenhofer Straße 1 -- mit einer offiziellen Stellungnahme zum FNP an die Stadt gewandt. Darin formuliert er „erhebliche Bedenken“ gegen ein neues Baugebiet. Baumbestand und eine Fauna vom Buntspecht über Feuersalamander bis zum Kauz zeigten: Es sei „nicht umweltverträglich“, vielmehr „unnötig“ und daher „aus der Neuaufstellung des FNP herauszunehmen“.

 
 

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