Budenzauber auch nach 25 Jahre attraktiv

Für die Kinder gab es zur Eröffnung Stutenkerle. Fotos: Karl Dittrich
Für die Kinder gab es zur Eröffnung Stutenkerle. Fotos: Karl Dittrich
Foto: WR

Holzwickede.. Die Szene hatte Symbolcharakter: Als Alt-Bürgermeisterin Margret Mader ein paar Grußworte zur Eröffnung des 25. Holzwickeder Weihnachtsmarktes sagen wollte, entdeckte sie eine junge Mutter vor der Bühne, die gerade ihr Baby stillte: „ Ist das nicht wunderbar“, meinte Mader sichtlich gerührt. „Das ist es doch, was dieses Fest ausmacht - diese Herzlichkeit und das Familiäre.“ Zuvor hatte Margret Mader gemeinsam mit Bürgermeister Jenz Rother und den Kindern des HEV-Kindergartens den Jubiläumsmarkt eröffnet.

Die Kinder sangen ein englisches Weihnachtslied und danach noch ein weiteres aus Spanien. Schade nur, dass sie kaum zu hören waren, weil die Bühnentechnik nicht stimmte. „Dabei hatten die Kinder doch soooo schön gesungen“, bedauerten einige Mutter.

Immerhin waren für alle Kinder ausreichend Stutenkerle da, so dass dieses Jahr keine Tränen flossen.

Auch auf dem Jubiläumsmarkt sind wieder einige Holzhütten mehr dazu gekommen, sind noch weniger Zelte zu sehen. Das tut der weihnachtlichen Stimmung gut - und ist auch aus einem anderen Grunde gut so: „Für Sonntag ist nämlich Sturmwarnung angesagt“, sagt Markt-Organisatorin Antje König-Krämer.

Die knapp 90 Buden und Stände verströmten schon zum Auftakt eine ganze Menge weihnachtliche Atmosphäre. Fast alle großen Vereine, Schulen und Kindergärten beteiligen sich an dem Markt, aber auch viele Private sind teils schon von Anfang an dabei. Wie Marlies Lehmann, die mit ihrer Tochter Sandra Brune bereits zum 24. Mal selbstgemachte Weihnachtsdekoration am eigenen Stand verkauft. Ebenso lange ist auch Karl-Heinz Heinert vom Imkerverein Massener Heide dabei. Gemeinsam mit seiner Frau verkauft der Hobbyimker Honig für 4 Euro und Duftkerzen aus eigener Produktion.

Wo sonst gibt es Schokolade für 1,50 Euro, die in Prince Charles eigener Schokolaterie in Dorchester hergestellt wurde, wie Marie-Luise Wehlack am Stand des Deutsch-Britischen Clubs versichert? „Wir haben auch leckeren Whiskypunsch“, wirbt sie. Oder wo sonst als bei den Fischfreunden Holzwickede gibt es eine frisch geräucherte Forelle für 3,50 Euro? Die Fischfreunde standen übrigens auch schon auf dem allerersten Weihnachtsmarkt.

Es scheint es, als ob die Inflation am Holzwickeder Markt vorbeigegangen ist: Alle Jahre wieder kostet der Becher Glühwein oder das Glas Pils an den meisten Ständen nur ein Euro. Den Eierpunsch gibt’s für zwei Euro - zum Beispiel am Stand des TuS Elch. Dort fragen die Besucher in diesem Jahr leider vergeblich nach Elchschinken. „Zu teuer geworden“, so die Begründung der Elchdamen.

Schokolade von Prince Charles für 1,50 Euro

Am Stand des MCH gibt es dafür wieder Kalte Schnauze oder deftige Schmalzstullen für 80 Cent, den Heißen Sänger (weißer Glühwein) für 1,50 Euro und den „Spaßmacher“ - einen Weihnachtslikör.

Ein paar Stände weiter tischt die Neuapostolische Kirche Kaiserschmarrn für schlappe 2,50 Euro auf. Bereits am Auftaktfreitag dabei in diesem Jahr ist die Reservistenkameradschaft Rad/Kette der Bundeswehr: Sie füttern ihre Gäste in der Parkstraße mit Grünkohl, Mettenden und Kartoffeln für 2,50 Euro durch - und treten damit in Konkurrenz zur DRK und einigen anderen Grünkohl-Anbietern. Aber nur am Eröffnungsabend: Ab heute gibt es von den Reservisten wieder Erb-sensuppe aus der Feldküche.

Den Charme der Holzwickeder Budenstadt machen neben solchen Angeboten die vielen kleinen Stände.Wie der von Petra Koch, die selbstgemachte Nackenhörnchen und Rückenkissen anbietet. „Alles mit ungeschältem Weizen gefüllt“, sagt sie. Zum ersten Mal dabei hat sie ihre selbstgemachten Filzhausschuhe für 18 Euro. Zauberhafte Weihnachtsdeko und einen Teddy mit Elchgeweih zum Verlieben bieten Barbara Hölscher und Silvia Schymkowitz an. „Alles eigene Herstellung“, sagen die beiden stolz. Schräg gegenüber bieten die Damen vom Skiverein in ihrem „Hasenstall“ und der „Schüttelbahn“ leckeren Eierpunsch und Jagertee an. Den Willi-Obstler servieren sie für zwei Euro.

Eine der ältesten Ehrenamtlichen dürfte auch dieses Jahr wieder die 91 Jahre alte Hilda Panz aus Colditz am Stand von Rolf Selling und dem Partnerverein Colditz sein. „Sie ist noch immer dabei, wenn ihr Stollen gebacken wird“, meint Selling. Ab heute gibt es im Colditzer Zelt auch den leckeren Mutzbraten am Spieß. Die süffige Schwarze Sau (0,4 Liter für zwei Euro) zapft Wirt Jörg Müller aus Colditz höchstpersönlich. Noch bis einschließlich Sonntag lockt der Weihnachtsmarkt in Holzwickede - und auch auf ind er 25. Budenstadt gibt es noch viel für Besucher zu entdecken.

 
 

EURE FAVORITEN