Brügges ewige Geisterstraße

Als gestrichelte Linie ist die Trasse für die geplante Ortsumgehung zu erkennen.
Als gestrichelte Linie ist die Trasse für die geplante Ortsumgehung zu erkennen.
Foto: Stadt Lüdenscheid

Lüdenscheid.. Für die Einwohner Brügges wär’s sicher ein Traum: Eine Ortsumgehung wird gebaut, der Durchgangsverkehr auf Volmestraße und Halverstraße (B 54/B 229) wäre Vergangenheit. Im neuen Flächennutzungsplan für das Lüdenscheider Stadtgebiet taucht die Umgehung als gestrichelte Linie zwischen der Stadtgrenze Richtung Halver und Elsperhammer auf, ist damit als „geplant“ markiert. „Ob sie aber jemals kommt, steht in den Sternen“, sagt Verkehrsplaner Hans Hutja.

3,4 Kilometer lang und
31 Millionen Euro teuer

Tatsache ist: Die B 229n als Ortsumgehung Brügge findet sich im aktuellen Bundesverkehrswegeplan als Vorhaben in der Kategorie „Weiterer Bedarf“, das aus finanziellen Gründen nicht vor 2015 realisiert werden kann. Zweispurig, 3,4 Kilometer lang, Baukosten 31,3 Millionen Euro – das sind die Eckdaten.

Und warum taucht das Projekt jetzt im Nutzungsplan auf? „Wir sind verpflichtet, das in unserer Planung mitzutragen“, erklärt Verkehrsplaner Hutja. Das gelte für alle Straßenprojekte aus dem Wegeplan. Ob die Umgehung, die schon seit Jahrzehnten im Plan steht, auch tatsächlich Sinn macht – so genau habe das noch niemand untersucht, so Hutja. Aus Sicht der Stadt habe das Projekt jedenfalls keine große Bedeutung.

Michael Thielicke, für die Lüdenscheider SPD sowohl im Bau- und Verkehrsausschuss wie auch im Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt, kennt das Projekt schon seit 20 Jahren – als Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßen NRW.

Paralleles Beispiel
Neuenrade

Auch der SPD-Politiker glaubt nicht daran, dass die Umgehung auf absehbare Zeit Realität wird: „So eine Neubaumaßnahme ist heute bei der Bürgerschaft nur schwer durchzusetzen.“ Beispiel Ortsumgehung Neuenrade, auch B 229n: Hier sei eine Bürgerinitiative dagegen aktiv, ziehe sich die Diskussion nun schon über Jahre. Soweit sei man in Brügge aber noch lange nicht, so Thielicke. Sicher: Die jetzige B 229 durch Brügge und die Serpentinen hinauf Richtung Halver sei sicher nicht optimal – die Ortsdurchfahrt aber auch nicht derart stark mit Verkehr belastet, dass eine Umgehung dringend nötig sei. Vielleicht später einmal, spekuliert Thielicke – wenn sich etwa in Brügge Ost und der Umgebung weiteres Gewerbe ansiedle.

 
 

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